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Sunny und Milia

 

Nach einem langen heißen Sommer dachten wir endlich mal über ein paar Tage Urlaub auf unserer Insel nach...  Zumal diese 3 Tage in Milia mein Geburtstagsgeschenk von Bernd waren. Endlich sollte es soweit sein. Wir haben gebucht und los ging's. Nach einem tollen Abendessen gingen wir früh schlafen, um nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen durch die wunderschöne Landschaft zu wandern. Es war schon Anfang Dezember, aber trotzdem noch sehr warm. Unsere Wanderung führte uns durch Olivenhaine und Orangenplantagen und wir begegneten keinem Menschen, nur Ziegen und Schafen. Irgendwann gelangten wir an einen Ortsrand, das Ortseingangsschild war unlesbar, weil es wahrscheinlich beim letzten Osterfest einer Schießerei zum Opfer fiel.

 

Sunny

 

Milia

 

An der linken Seite ein Müllcontainer und daneben saßen - zwei Hunde.


Sie kamen direkt auf uns zu. Da wir beide sehr tierlieb sind, ermunterten wir sie, näher zu kommen und sie taten es. Als wir sie dann aus nächster Nähe sahen, wurde uns ganz anders.


Es waren zwei Hündinnen, die bis auf die Knochen abgemagert waren.


Sie waren verlaust, hingen voller Zecken und hatten kranke Ohren.


Aber das allerschlimmste waren diese verhungerten Körper. Wir hatten einiges an Marschverpflegung dabei und nach einem kurzen Verständigungsblick war klar: Wir haben heute Mittag keinen Hunger!


Gesagt, getan, die Hunde bekamen alles, was wir an Essbarem dabei hatten. Sie waren so hungrig und gierig, dass sie nicht einmal gekaut haben.


Mir ging die Frage durch den Kopf: Wie können Menschen so etwas zulassen? Sie gehen täglich zu dieser Mülltonne, um ihren Abfall zu entsorgen und haben nicht einmal ihre Essensreste für diese Tiere übrig?!! Auch Bernd musste schlucken.


Schweren Herzens marschierten wir weiter. Aber die zwei Hündinnen ließen mich nicht mehr los. Beim Abendessen dachte ich: Du haust dir hier den Bauch voll und die beiden verhungern.


Wir haben dann noch viel darüber geredet und beschlossen, sobald wir am nächsten Tag zu Hause sind, den zuständigen Tierschutzverein in Chania zu verständigen. Sie konnten uns aber auch nicht wirklich helfen, weil auch dort die Kapazitäten begrenzt sind.


Nach ausgiebigem Austausch mit Brigitte und Marita beschlossen Bernd und ich von einer Minute auf die andere, diese Hunde zu retten. Und das nach genau einer Woche seit unserem ersten Zusammentreffen. Das Wetter sollte umschlagen, Regen, Schnee und Kälte waren vorausgesagt.


Und Sunny und Milia hatten dem ja nicht viel entgegenzusetzen.

 
 

Bernd hatte wenig Hoffnung, die Hunde zu finden, aber mein Gefühl sagte mir, dass sie an dieser Mülltonne „wohnen“. Also fuhren wir, bewaffnet mit 2 Transportboxen, Hundefutter und einigen Leckerchen 140 km zum Dorf zurück. Mein Herz begann zu rasen, als wir uns dem Müllcontainer näherten und siehe da - Sunny saß da, als würde sie auf uns warten. Wir stiegen aus und da kam auch Milia angerannt. Sie begrüßten uns wie alte Freunde.


Natürlich gab es erst mal Leckerchen und Streicheleinheiten. Dann waren sie mit den Hundekuchen schnell ausgetrickst und in die Boxen verfrachtet, natürlich nur für einen sicheren Transport. Sie waren ganz lieb während der zweistündigen Reise, haben nur ab und zu ein bisschen gepupst...


Bei Marita angekommen brachten wir sie erst mal in einen Zwinger, den Marita schon vorbereitet hatte. Alles war da: Futter, Wasser, Decke, Spielzeug. Ein Schlaraffenland für die beiden.


Zum Glück waren gerade die Tierärzte aus Deutschland da und unsere zwei Mädels wurden kastriert.

 
 

Wir hoffen, dass sie eine liebe Familie finden.

Tina & Bernd