Mangas |
Guten Tag,
mein Name ist Mangas.
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Ist das hier die Beschwerdestelle?
Nein?
Ich verstehe das nicht!
Ich suche schon den ganzen Tag nach der Beschwerdeabteilung für Katzen!
Ich kann sie einfach nicht finden.
So langsam werde ich jetzt richtig sauer, kann ich Euch sagen. Einem Kater in meinem zarten Alter sollte man wirklich nicht zumuten, ewig durch die Gegend laufen zu müssen, um ordnungsgemäß eine einfache Beschwerde loszuwerden. Wisst Ihr was? Ich werde mein Anliegen jetzt einfach hier vor Ort an den Mann bringen.
Ob Euch das passt oder nicht. |
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Nun, wie schon gesagt, ich heiße Mangas und bin vielleicht gerade mal drei bis vier Monate alt. Meinen Namen verdanke ich Sonja und Isabella von der Tauchschule in Plakias. Dort bin ich nämlich einfach so eingezogen, obwohl es eigentlich schon voll war. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich eigentlich hergekommen bin. Ich weiß nur, dass ich auf einmal dort im Garten gelandet bin.
Es hat bei denen so richtig lecker nach Futter gerochen und mein Bauch hat furchtbar geknurrt. Ich habe mich erst nicht getraut, näher zu kommen. Es gibt da noch ziemlich viele andere Katzen.
So ungefähr zwölf oder so. Die sind alle schon groß und erwachsen. Als sie mich sahen, guckten sie nicht gerade freundlich. Freiwillig hätten die mir bestimmt nichts von ihrem Futter abgegeben.
Also hab ich mich einfach in einen Baum gesetzt und angefangen zu singen.
Ihr müsst wissen, ich habe eine sehr hohe, kräftige und ausdauernde Stimme. Sonja und Isabella fanden das wohl nicht so gut. Sie sahen ziemlich genervt aus, nachdem ich ihnen den ganzen Tag in den Ohren gelegen habe. Ich glaube, sie hätten es lieber gehabt, wenn ich wieder weggegangen wäre.
Aber, nee Freunde, so leicht gebe ich nun wirklich nicht auf. In Wirklichkeit bin ich für meine Größe und mein Alter ganz schön mutig und vor allem bin ich sehr hartnäckig. Ich habe also da in meinem Baum gesessen und sehr schön gesungen, bis zum Nachmittag. Irgendwann kam dann noch eine Frau.
Die hatte eine Tüte dabei. Alle anderen Katzen sind auf einmal aufgesprungen und auf diese Frau zugerannt. Ich wusste gleich, dass hier jetzt etwas Wichtiges passiert.
Und tatsächlich, die neue Frau hat Futter an alle Katzen verteilt. Also habe ich gleich noch ein bisschen lauter gesungen. So lange und schrill, bis mir die Frau ein bisschen was aus ihrer Tüte unter meinen Baum gelegt hat.
Herr Gott, das war vielleicht eine Erleichterung. Endlich konnte ich meinen knurrenden Magen etwas beruhigen.
Die neue Frau hat sich mit Sonja und Isabella unterhalten und sie haben immer wieder zu mir herübergeschaut. Ich weiß genau, dass sie nicht gerade begeistert über meine Anwesenheit waren. Aber das war mir nun wirklich schnurz. Deswegen hab ich auch beschlossen, einfach zu bleiben.Seit ungefähr einem Monat bin ich jetzt hier und inzwischen gehöre ich richtig zur Familie. |
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Ich hab mich quasi eingeschlichen, ohne dass die anderen Katzen es so richtig bemerkt haben.
Einmal am Tag kommt diese andere Frau und bringt frisches Futter in ihrer Tüte. Genau wie die Großen renne ich um ihre Beine, schreie kräftig und lass mich auch von meinen Kollegen nicht weg drängeln. Sonja und Isabella lachen immer und sagen: „Ein echter Mangas.“
Das ist Griechisch und heißt soviel wie „Kerl“. |
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So, nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen:
Vorgestern ist etwas wirklich Gemeines passiert. Wie jeden Tag kam die andere Frau mit ihrer Tüte. Komischerweise aber viel früher als sonst. Ich hab mir erst gar nichts weiter dabei gedacht und wollte mich wie immer an meine Futterportion machen. Da packte sie mich ganz plötzlich im Genick. Ich war so überrascht, dass ich mich gar nicht wehren konnte. „He, was soll das denn?“
Sie hat mich ganz schnell in so eine Plastikkiste reingestopft. Die Kiste hatte eine Gittertür, die sie einfach zugeschmissen hat, so dass ich nun gefangen war. Eine bodenlose Frechheit war das.
Dann hat sie mich in der Kiste an einen fremden Ort gebracht. Dort herrschte ziemlich viel Aufregung. Da waren noch Andere so wie ich in kleinen Plastikkisten. Das müssen richtig viele gewesen sein, denn von überall hörte ich Katzenstimmen, die sich laut beschwerten. Kleine und Große und die waren alle ziemlich sauer. Ich musste sehr lange in meiner Kiste aushalten. Das war unmöglich!
Plötzlich ist dann ein Mann gekommen. Ich dachte schon, er würde mich endlich herauslassen, aber es kam noch viel schlimmer. Der hat mich in einen anderen Behälter hinein buchsiert. So einen mit Gittern rundherum.
Dann hat er mich mit irgendwas gestochen und mir wurde ganz schwummerig. Ich bin wohl ohnmächtig geworden oder so. Jedenfalls weiß ich nicht, was dann passiert ist. Irgendwann bin ich langsam wieder wach geworden, fühlte mich aber sehr wackelig. Ich war immer noch in der Kiste. Oder schon wieder? Alles war sehr merkwürdig. Ich habe überhaupt nicht verstanden, was hier vor sich ging.
Nach sehr, sehr langer Zeit, inzwischen muss ich nämlich nochmal eingeschlafen sein, kam wieder diese Frau. Ohne jegliche Erklärung hat sie mich mitsamt der Kiste hochgehoben und schon wieder mitgenommen.
Mein lieber Herr Gesangsverein!
Was man hier als kleiner Kater alles über sich ergehen lassen muss, spottet wirklich jeder Beschreibung. Ich hab mir große Sorgen gemacht, was nun wieder passieren würde, aber plötzlich waren wir wieder an der Tauchschule. Die Frau hat die Tür von meiner Kiste aufgemacht und gemeint, ich könne da jetzt rauskommen. Das hab ich auch getan. Mit ordentlich Anlauf versteht sich, damit sie es sich nicht wieder anders überlegen konnte.
Sonja war Gott sei Dank auch da. Die war nett und hat mir erstmal was zu essen gegeben. Das war aber auch das Mindeste nach so einer Tortur. Und dann hab ich mich in die Sonne gelegt und mich anständig ausgeruht. |
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Eigentlich ist jetzt alles wieder beim Alten, aber lustig war das Ganze nun wirklich nicht. Die großen Katzen hier haben mir erzählt, dass sie das auch schon alles über sich ergehen lassen mussten. Keiner hat verstanden, warum.
Seltsamerweise hatten alle nach diesem Erlebnis eine kleine Kerbe im Ohr. Ich jetzt auch. Das ist doch wirklich unerhört!
Da wird man stundenlang gefangen gehalten, nur weil die dort kleine Dreiecke in unsere Ohren schneiden wollen. Und was die jetzt wohl vorhaben mit all diesen kleinen Katzenohr-Eckchen? |
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Egal Leute, ich bin jedenfalls der Meinung, dass man sich wirklich nicht alles gefallen lassen muss!
Findet Ihr nicht, dass so eine Behandlung zumindest nach einer Entschädigung verlangt?
Ich stelle mir da so etwas wie eine extra Portion leckerem Dosenfutter vor. Zwei oder drei wären natürlich noch besser. Oder sagen wir mal: eine Woche lang doppelte Ration? Ja, das wäre durchaus angemessen. So könnte ich mein aufgebrachtes Inneres vielleicht wieder beruhigen und davon absehen, andere Schritte einzuleiten. |
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Im Übrigen finde ich, dass wir Vierbeiner hier ja sowieso immer schon genug auszustehen haben. Das solltet Ihr eigentlich wissen. |
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Euer Mangas |