Was sind das für Gerüche, woher kommen sie? Fragte sie sich. Ich kenne sie nicht, aber sie machen mich neugierig. Der eine riecht ein wenig streng und knackt immer so komisch wenn er an mir vorbei läuft, so etwas habe ich ja noch nie gehört, komisch. Wenn ich meine Ohren spitze und aufmerksam hinhöre glaube ich, dass er vier Pfoten hat, und das ist gut, also keine Gefahr. Aber ein bisschen zu aufdringlich ist er schon für meinen Geschmack, ich mag es lieber etwas sanfter. Ich glaube, der ist schon ein Opa, so wie der riecht und ich glaube, den lass ich erst einmal in Frieden. Opas soll man ihre Ruhe lassen. Aber später, wenn ich etwas mehr Zeit habe, rede ich mal mit ihm. Er hat bestimmt viel zu erzählen und ich kann sicher viel von ihm lernen. Hey, stups mich nicht immer unter meinen Bauch, ich falle ja um, dann quicke ich einmal kurz und das Knacken wird leiser.
Nun muss ich erst einmal heraus bekommen, wer der unrasierte ist, der mich nicht mag. Zumindest brummelt er immer so vor sich hin, wenn ich ihn begrüßen will. Ich glaube das ist ein Bär, so wie der brummt. O.K., er kennt mich noch nicht, gebe ich ihm eine Chance und aus Trotz einen Namen der nicht zu ihm passt, Freund, oder wie man hier wohl sagt, Filos. Denn ich bin ein Engel, und weiß schon genau wo ich bin. Nämlich in einem Land wo es immer warm ist, aber ich muss sehr wachsam sein, wenn ich nur zwei Pfoten höre. So hat der Bär seinen Namen verdient, denn auch er läuft, zwar ein wenig schwerfällig, aber auf allen Vieren. Gut so, Freund!
Irgendetwas bläst mir plötzlich um meine Nase, es wird laut, ich bekomme ein bisschen Angst, auch ein wenig kühler ist es mir in diesem Moment und es raschelt um mich herum. Der Krach kommt sicher von etwas ganz Großem, oder vielleicht sind die ja auch zu mehreren? Das Rascheln kenne ich, das sind Blätter, mit denen kann man prima spielen. Plötzlich schreit jemand, oder war es doch ein Bellen? Ich kann es nicht sagen, aber die Geräusche kommen näher, dafür hat das Blasen aufgehört. Nun ist Stille, aber irgendetwas hüpft um mich herum. Ich glaube, das hat mehr Pfoten als ich, also mindestens fünf, das ist schon mal gut. Aber was oder wer ist das? Dieses Irgendwas stupst mich immer wieder mit seiner kalten Nase an und ich glaube, das ist ein Pinguin. Ich weiß, denn ich bin ja ein Engel, dass Pinguine im Kalten wohnen und das ist ja ganz logisch, dass sie auch eine kalte Nase haben. Aber wo kommen all diese Beine her?
Ich bleibe stehen, versuche mich zu konzentrieren. Ich male in Gedanken Punkte um mich herum und konzentriere mit auf sie. Natürlich auf das, was um sie herum passiert. Dann fange ich an zu zählen. Eins, zwei, drei, vier. Eins, zwei, drei, vier. Doch vielleicht ein Hund? Hab ich mich vielleicht doch geirrt? Nein, ich glaube, das ist sicher kein Pinguin, das ist schon mal klar. Denn die haben ja keine fünf Pfoten, sondern nur zwei. Aber die sind gut. Dann spüre ich eine kleine Pfote auf meiner Schnauze und wieder tapsen viele Pfoten um mich herum. Ich kenne das von meinen Geschwistern, der Pinguin will mit mir spielen. Es ist ein Hundemädchen genau wir ich, und genauso klein wie ich ist sie auch. Ich nenne sie Pünktchen und bedanke mich für ihre Hilfe. Wir spielen und toben miteinander, es ist schön mir ihr.
Dann höre ich laute Schritte, ich kenne das, das ist nicht gut. Es sind zwei Pfoten die stampfen und ich habe wieder diese Angst. Genau wie vor einigen Tagen. Da haben sie mich gepackt, mir ein kratziges Seil um den Hals geschürt und ich habe geschrien: Nicht so feste! Ich bekomme keine Luft mehr! Ihr tut mir weh! Eine Autotür knallte, dann lag ich in einem stinkenden Karton und weinte. Es ging alles so schnell und als ich wieder zu mir kam war es still. Ich war allein. Ich konnte mich nicht bewegen, denn dieses kratzige Ding um den Hals zog mich immer zurück. Wo sind meine Geschwister, hallo Mama wo bist du? Ich habe Hunger! Lasst mich nicht alleine!
Da habe ich dagelegen, alleine und verlassen. Ich war doch immer artig, habe nichts Böses gemacht.
Warum?
Irgendwann bin ich eingeschlafen. Ich habe geträumt, ich wäre ein Engel und könnte fliegen. Zurück zu meiner Familie. Dort war es warm, dort bekam ich zu essen und zu trinken, den ganzen Tag habe ich mit meinen Geschwistern gespielt und abends wenn wir müde waren, haben wir uns zusammen gekuschelt und sind gemeinsam eingeschlafen.
So lag ich da, viele Tage, viele Nächte und habe geträumt.
Plötzlich wurde es warm, so als würde ich bei meiner Mama im Arm liegen, mein Hals kratze nicht mehr. Ich rieb mir die Augen, träume ich jetzt, oder bin ich wach?
Eine Stimme sagte: „Hallo, was macht denn du hier ganz alleine?“
„ Ich bin die Liza und ich möchte zu meiner Familie zurück, mir ist kalt und ich habe furchtbaren Hunger und Durst.“ sagte ich zu der Stimme.
Wieder fiel eine Autotür zu, die Stimme redete nicht mit mir, aber ich konnte fühlen und riechen, dass sie gut war. Ich bekam zu essen und zu trinken. Die Stimme streichelte mich, sie hatte nur zwei Pfoten, dass habe ich schon gemerkt, denn Engel fühlen alles und ich, ich bin ja ein Engel, der jetzt zu seiner Familie fliegt, diese Stimme mit den zwei Pfoten ist gut.
Aber diese lauten stampfenden Schritte die ich auf dem Hof höre, diese zwei Pfoten, sind nicht gut. Ich lege mich auf den Boden und mache mir vor Angst in die Hose. Dann bleiben die beiden Pfoten ganz dicht neben mir stehen. Ich bin ganz starr vor Angst, bewege mich keinen Millimeter. Dann fühle ich eine warme Hand, sie streichelt mir über den Bauch und sagt:
„Hallo, kleiner Engel, hab´ keine Angst, du wirst weiter fliegen, dein Traum geht in Erfüllung, ich habe mit der Stimme gesprochen. Sie hat deine eigene Familie leider nicht wieder gefunden, aber eine neue, bei denen ist es immer warm, da erwarten dich auch schon zwei Freunde, ich kenn´ auch schon ihre Namen.“
Ich bin verwirrt, denke nach und sag` ganz leise: „ Sie heißen Opa, Filos und Pünktchen, nicht war? Hmmm, aber das sind ja drei?“
„Nein“ sagen die Pfoten, „Sie heißen Aaron und Tamani und du wirst sie genauso lieben wir deine Geschwister.“