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Kreta‐Bericht II |
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von Martina Karl |
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Herbst 2010 |
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Am 19. September landete ich wieder in Heraklion auf Kreta mit Spenden im Gepäck und nahm meinen Mietwagen entgegen. Was für ein Problem mein Mietwagen mir noch machen wird, erzähle ich später. Gegen 15:00 Uhr traf ich in den Amalia Studios von Lenka und Vangelis in Souda bei Plakias ein. Mich erwartet ein wunderschönes Zimmer nur 50m vom Meer entfernt. Am Montag treffe ich mich mit Brigitte von APAL und ich freue mich unbändig, sie wieder zu sehen. Ich bringe ihr meine Spenden und die Freude ist groß. Tierarztrechnungen können bezahlt werden. Wir fahren nach Frankocastello, wo ich vor 2 Monaten gewohnt habe. Auf dem Hinweg besuchen wir Rada; Ach Rada, mein kleiner Engel, versprach ich dir doch, ich komme wieder. Hat sich doch in Deutschland eine liebe Frau in dich verliebt. Sie erkennt mich und ich bleibe ein paar Minuten. Dann müssen weiter. Auf dem Rückweg geschah dann etwas Unglaubliches. In der Nähe wo Rada lebt, steht ein älterer Mann. Wir beide im Auto bekamen irgendwie heiße Hände. Brigitte springt zum Auto raus und spricht mit dem Mann. Dann verschwindet sie. Ich ging wieder zu Rada und schmuste mit ihr, räumte ihren kleinen Platz etwas auf. Dann stand Brigitte vor mir und sagte. "Kannst sie losbinden, sie gehört dir". Ich bin vor Freude fast ausgeflippt. Zweieinhalb Monate auf sie warten haben sich gelohnt, mein Versprechen eingelöst. Ich konnte es nicht fassen. Sofort mailte ich der "lieben Frau". Sie war völlig aus dem Häuschen, Riesenfreude, völlige Aufregung. 3 Tage später war Rada auf meinen Rückflug gebucht. Danke Annette Baumann, mein liebster Background‐Engel. Rada ist nun in der Station von Marita. Wir haben sie sofort 2 Tage später kastriert, geimpft und sofort alle Reisepapiere fertig gemacht. Nichts konnte uns noch aufhalten. |
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Rada nach ihrer "Befreiung" |
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Einen Tag später fuhren Brigitte und ich nach der Versorgung anderer Hunde zu den "Ölwelpen", (siehe Bericht Kreta 1) Meine kleinen Welpen waren nun schon grösser geworden. Und sie kamen auf mich zugeschossen. Ich bilde mir ein, sie haben mich sofort erkannt. Ich konnte sie gleich wieder auf den Arm nehmen und sie quietschen und schmusten wie bei meinem ersten Besuch. |
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Dann kam die Mama zu mir und ich drehte mich um und sah in der Hundehütte 6 kleine Babies, winzig, höchstens 5 Wochen alt. Ein kleiner quirliger Haufen. |
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Und sofort schoss mir in den Kopf, welch eine Zukunft sie wohl erwartet. Mein Herz sackte mir direkt in die Kniekehlen. Die Mama sah schlimm aus. Mit nur 3 Jahren, völlig ausgemergelt und ausgehungert. Ich machte mir große Sorgen. Kastrieren wäre hier das einzigst Richtige und sollte schnell passieren, bevor sie wieder trächtig wird. Wir putzten die Hundehütten. Die anderen beiden älteren Hunde, die ja auch noch dort waren, waren verschwunden. Einfach gestorben hieß es. Ich musste es so hinnehmen. Schluckte meine Betroffenheit runter. Am Abend packte ich noch einen riesengroßen Sack Hundefutter ins Auto, welchen ich am nächsten Tag zu den Ölwelpen bringen will. Da der Besitzer des Hofes und dieser Hunde nicht mit sich spaßen lässt und auch von uns gefürchtet wird, sollte ich nur gehen, wenn mich niemand sieht. |
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Die nächsten Tage verliefen wie oft, hektisch. Hunde versorgen. Und dann nach Rethymnon zum Tierarzt. Drei Hunde sollen kastriert werden und das kleine Katzenbaby, welches wir dabei hatten, sollte angeschaut werden. Dabei Ira, eine wunderbare Schönheit, Henry, ein Hund in den man sich nur verlieben kann und eben Rada, endlich gerettet. Die Katze haben wir unterwegs eingeladen und wir wussten, etwas stimmt nicht, aber wir schauten nicht sofort nach, fuhren weiter, weil wir schon so spät dran waren. Der Schlag war aber, als uns die kleine Katze aus der Box entgegen kam. Der Gestank ließ uns Übles ahnen. Was uns aber erwartete, entsetzte uns zu tiefst. Die Katze war hinten völlig breiig und nass. Als wir Katze vorsichtig auf die Seite legten, trauten wir unseren Augen kaum. Der Unterbauch offen, verfault und voller Maden, welche das Kätzchen bei lebendigen Leib auffressen. |
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Selbst der Tierarzt war geschockt. Brigitte wollte nicht mehr entscheiden, was mit dem kleinen Kätzchen nun passieren sollte. Sie war entsetzt. Also habe ich die Verantwortung übernommen. Eine Operation wäre zwar vielleicht gegangen, aber es wären neue Folgen wie Inkontinenz und damit ständige Entzündungsherde und ein Dauerpflegefall daraus entstanden. Zudem hätte man während der Op noch mit anderen Überraschungen rechnen müssen. Wie viel war bereits zerstört? Ich entschied zusammen mit dem Arzt, dass es besser ist, dieses kleine süße Baby zu erlösen. Ihre Chancen standen so schlecht. Die einzige und verantwortungsvolle Lösung war, die Kleine zu ihrer Katzenfamilie über die Regenbogenbrücke zu begleiten. Denn ihre Geschwister waren schon dort. |
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Ich blieb bei ihr bis ich sicher war, dass alles vorbei war und sie den Gang geschafft hatte. Auch haben wir die Katze wieder mitgenommen und nicht beim Arzt gelassen. Sie hat nun einen schönen Platz. Völlig müde kamen wir wieder in Plakias an. Ich fuhr ins Hotel und zündete die kleine Petroleum‐Lampe an, die auf dem Zimmer war. Sie sollte leuchten für den kleinen Schatz und alle Tiere, die es nicht geschafft hatten und leiden mussten. Ich kann nicht schlafen, es ist bereits 2Uhr nachts. Wir haben starken Sturm. Das Meer schlägt hart und laut an die Küste, als wolle es uns sagen, "Wacht auf ihr Menschen, beschützt eure Tiere, statt sie zu misshandeln" Diese kleine Katze ist ein Beispiel für eine ungewollte Art der Tierquälerei. Animal‐Hoarding. Hier steht die Liebe, die unendliche Tierliebe im Vordergrund. Die Katze war bei einer Frau, die Tiere über alles liebt und durch die Menge der Tiere und Mangel an Geld keine Kontrolle mehr über die einzelnen Tiere hat. Es geht hier nicht um Schuld. Denn dies ist anders gelagert. Sie hat ganz normal mit Tierschutz angefangen. Eingesammelt was leidet. Griechen haben ihr die Tiere wie Abfall über den Zaun geworfen. Zuwenig Geld und ganz alleine versorgte sie die Tiere und es wuchs ihr über den Kopf. Es kamen immer mehr Tiere dazu. Sie fand auch ständig Katzen und Welpen in Müllcontainern. Sie spürt schier, wenn sie einen Container sieht, dass da was drin ist. Also steigt sie fast kopfüber rein und kommt mit 5 Babies wieder raus. Und so entwickelte sich auch das eine Katzenbaby zu einem Drama. Eine Infektion, die übersehen wurde und sich dann so dramatisch entwickelte. Erst als es schon zu spät war, entdeckte sie diese Misere und sie brachte uns das Tierchen sofort. Tränen über Tränen und Selbstvorwürfe folgten. Brigitte versucht nun diese Frau zu entlasten und versucht einen Plan zu entwickeln. Da macht man Tierschutz und muss dann noch die Tiere der Tierschützer durchbringen. Das ist das reale Leben auf Kreta, im Tierschutz. Diese Frau trifft keine Schuld. Wer würde denn schon ein Tier, das dringend Hilfe braucht, abweisen? Also nimmt man dieses noch und jenes noch. |
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Beispiel Animal Hording (nicht von Kreta) |
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Am Abend, es war schon etwas später, die Dämmerung setzte grad ein, als ich also zu den Ölwelpen fahre. Ganz allein mit dem Auto auf den Hof, in der Hoffnung, der Besitzer hat seine Arbeit erledigt und ist weg. Wie ich oben auf dem Gelände ankomme und das Auto wieder in Fahrtrichtung drehe, steht auch schon ein Auto vor mir. Ohhhhh, nun sind wir mal gespannt. Ich ging also mit Herzklopfen und nassen Händen auf den Mann zu und sagte: "Ich bringe nur Futter für die Kleinen und bin auch schon wieder weg". Dann sagte mir der Mann, er sei der Cousin und ich solle mal bleiben, denn der Besitzer sei auch schon da. Und schon stand ich vor den beiden Autos und dachte, ok, nun ganz nett und diplomatisch bleiben. Er hatte mich ja schon einmal gesehen; aber ob er mich erkannte? Ich erzählte ihm ganz lieb und nett, ich käme von Brigitte und bringe Futter. Er sagte mir, das sei ok. Dann schaute er mich an und sagte mir, vier Welpen darf Brigitte haben, er schenke sie uns. Er bückte sich und holte einen der Kleinen raus und legte mir den Süßen in den Arm. Ich konnte es nicht fassen. Der Grieche war ganz nett zu mir. Die Hundemama kam auch und legte mir einen ihrer Babies auf meine Schuhe, als wolle sie sagen: " Bitte, nimm sie und bring sie weg von hier". Ich kämpfte mit den Tränen, zeigte mich professionell und konnte meine Wut unterdrücken und meinen Erfolg mit diesem Mann kaum glauben. Wir sprachen also noch hin und her und ich bekam die Erlaubnis auch ohne Brigitte immer wieder alleine zu seinen Hunden zu dürfen und nach ihnen zu sehen. Im Tierschutz auf Kreta war das ein großer und erfolgreicher Tag für mich. Das hätte ich niemals erwartet. Diesen Abend gönnte ich mir einen Lohn. Ein dickes Stück griechische Schokotorte. Eine Kaloriensünde der leckeren Art. |
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Die Mama . . . |
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. . . und ihre Kleinen |
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Der nächste Morgen, war mir das Glück wieder hold? Ja und nein. Die Mama vom Ölhof hatte einen Unfall, der Besitzer rief uns an und wir konnten sie mit ihren sechs Babies abholen, versorgen und aufpäppeln. Weil die Kleinen noch Muttermilch bekommen, durften wir sie mitnehmen. Mussten aber versprechen, dass wir die Mama und 2 Welpen wieder bringen. Ein schweres Versprechen. Wir wussten, der Tag kommt und wir müssen die Mama wieder zurück in die Traurigkeit bringen. Dann der nächste Schlag. Brigitte und ich fuhren auf ein Stück abgelegenes Gelände. Für einen Touristen nie zu sehen. Brigitte sagte mir, alleine traue sie sich nicht, der Besitzer dieser Hunde sei wohl zu vielem fähig. Also sagte ich ihr, wir gehen hin, fertig. Die Tiere gehen vor. Wir kamen an und ich traute meiner Nase nicht. Der Gestank, der uns entgegen kam, war unglaublich. Es hatte in der Nacht geregnet. Schlamm, Dreck, Hundekot und ein völlig infiziertes und verseuchtes Gelände erwartete mich. |
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Wir schauten uns kurz in die Augen und fingen einfach an. Müllsäckeweise Abfall, 15 Eimer Hundekot und Essensreste, die vergammelt waren, haben wir abtransportiert. Dazwischen 5 erwachsene Hunde und 3 Welpen. Ein Bild des Elends. Wir ackerten uns von vorne nach hinten durch. Ohne zu reden, ohne zu denken und ohne zu atmen. Hütten säubern, Grundstück säubern, Hunde medizinisch versorgen. Schlamm von den Beinen abwaschen und die Hunde streicheln, ihnen 10 Minuten Liebe geben. Angst, dass der Besitzer kommt. Denn wir dürfen nur putzen und sonst nichts. |
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Als wir dann fertig waren, haben wir uns vor den Müll vorne vor dem Gelände gestellt und schweigend, da rein starrend und unseren Gedanken nachhängend eine Zigarette geraucht. Wir hätten uns ja auch ein paar Meter weiter hinstellen können. Wir merkten es erst gar nicht. Wir fühlten uns als ein Teil davon. Wir waren entsetzt, enttäuscht, frustriert und unendlich traurig. Danach packten wir unseren Kram ein und fuhren los. Mehr konnten und durften wir nicht tun, wenn wir uns nicht die Erlaubnis dort aufzuräumen, gefährden wollten. So konnten wir wenigstens doch Wurmmittel etc. an die Tiere applizieren. An diesen Abend ging nur noch Duschen und das Weinen in den Schlaf. |
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Jeden Abend ging ich in die Station, und säuberte das Gehege der Mama und ihrer Welpen, fütterte sie und schmuste mit ihnen. Ihre Zukunft vor Augen, die mich immer erstarren ließ. Wie konnte ich der Hundemama ohne schlechtes Gewissen in die Augen schauen? Und Rada besuchte ich auch. Sie warf sich auf meinen Schoss und rührte sich fast eine halbe Stunde nicht einen Zentimeter. Sie sog jede Form von Zuwendung auf. Ich war so glücklich, sie mitnehmen zu dürfen. Und wieder einen Tag später fuhr ich dann mit Raki, einem kleinen wunderschönen Hunde‐ Jungen nach Chania zum Flugpaten. In letzter Sekunde bekam er eine erfahrene und ganz liebe Flugpatin. Sie ist oft auf Kreta. Ein Glückfall für uns. Raki hatte Glück. Er hat eine tolle Zukunft. |
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Raki |
. . . mit Flugpatin |
. . . am Flughafen |
Danach erkundeten wir eine Ecke Kreta im Norden und kam erst bei völliger Dunkelheit wieder in Plakias an. Da gibt es keine Straßenbeleuchtung wie bei uns. Es ist sooo finster. Drei Tage vor meinem Abflug passierte es dann. Ich hatte einen Autounfall. Das Mietauto war bereits vor meiner Übernahme in einen Unfall verwickelt gewesen. Laut Vermietung aber nichts Schlimmes. Also fuhr ich mit dem Auto auf Kreta auch rum. Bis zum Tag X. Ein Welpe wurde angefahren, ich sollte am Morgen mit ihm wieder nach Rethymnon zum Tierarzt fahren. Auf dem Weg dahin in einer Schlucht blockierte das Lenkrad plötzlich und ich wurde über die Gegenfahrbahn in den Fels geschleudert. Dort klebte ich nun mit der ganzen Breitseite an der Wand. Als ich wieder klar denken konnte, schoss ich aus dem Auto raus nach hinten zum Hund. Dadurch, dass er in der Box war, kam er mit dem Schrecken davon. Die Griechen, die vor‐ und hinter mir fuhren, sind einfach weitergefahren, ohne sich um mich zu kümmern. Touristen und Busse, LKWs und Einheimische hielten auch nicht. Nach ca. 1o Minuten kam ein Grieche (Dank an den Unbekannten!) und half mir, das Auto aus der Gefahrenzone zu bringen. Es fuhr noch, aber eben nicht mehr richtig. Als er sah, dass ich einigermaßen klar kam, fuhr er weiter. In Sicherheit versorgte ich den Hund, der vor Schreck alles vollgekackt hatte und putzte seine Box, die Tränen liefen mir runter, vom Schock, aus Angst, was ich ihm angetan haben könnte, sollte ihm doch was passiert sein. Dann rief ich Brigitte an. Sie fuhr sofort los und nachdem sie sich versichert hatte, dass es mir einigermaßen gut geht, fuhr sie den Hund zum Tierarzt und ich wartete auf den Ersatzwagen der Vermietung. Als das geregelt war, ca. zwei Stunden später, trafen Brigitte und ich uns auf der Strecke wieder. Sie hatte den Hund wieder bei sich und er war ok. Das war eine Riesenentlastung für mich. Als Brigitte mich so sah, meinte sie, jetzt geht's zum Arzt. Ich muss scheisse ausgesehen haben. Mir war übel und mir fingen an, die Knochen weh zu tun. Mir war heiß, wie Fieber. Raus dabei kam: Prellungen, Nierenprellung und Schleudertrauma. Die Ärztin verpasste mir einen Halskragen. Bei der Hitze ein tolles Erlebnis. Ich habe ihn nicht getragen. Ich dachte, ich ersticke unter dem Teil. Ich sollte noch zum Röntgen fahren. Ich konnte aber nicht mehr. Ich bin, als ich in meinem Zimmer ankam, ins Bett gekrochen wie ein geprügelter Hund. Ich schlief sofort ein und erst fünf Stunden später wachte ich wieder auf. Mir ging es erstaunlich gut. Am nächsten Tag entdeckte ich dann blauschwarze riesige Blutergüsse von oben bis unten. Ich habe Glück gehabt. Danke an meine Schutzengel. |
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Mein Auto nach dem Unfall |
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Am Samstag, unserem Abflugtag fand dann der Basar von APAL statt. Ich schoss schnell ein paar Fotos, gönnte mir ein Stück gigantisch leckeren Kuchen und kaufte ein wunderschönes Mohnblumenbild (meine Lieblingsblumen). Der Basar brachte das Wintergeld für die Tiere ein. |
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Ich lud also Rada und eine Katze ein, die mit einer Ladung Schrot gefunden wurde und ab ging's nach Heraklion. Dort noch zwei weitere Katzen einer anderen Organisation einchecken und ab ins Flugzeug. Ein Hund und drei Katzen konnten mich die Schweiz begleiten. Erschöpft und müde kam ich in Zürich an. Und wer nun glaubt, hier ist alles zu Ende, der irrt. Ich kam also mit den Tieren in Zürich am Airport an und wollte durch den Zoll. |
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Und dann ging's los. Müde mit all den Tieren ging ich durch den grünen "Nichts zu verzollen" Zoll. Man erklärte mir, dass ich hier falsch sei und durch den roten "etwas zu deklarieren" Zoll müsste, da ich mehrere Tiere habe und nur ein Tier zollfrei sei. Ich entschuldigte mich, aber das war nicht genug. Es folgte eine ewig lange Liste der Aufklärung, welche ich über mich regnen lies während ich ihn mit demütigen Gesicht anschaute, um Vergebung bittend. Dann kam, was kommen musste. Eine Zöllnerin kam dazu und fragte mich, wo ich hin will und was mit den Tieren passiere. Ich erklärte ihr, dass ich heim will und die Tiere mit mir mitgehen. Sie forderte die Pässe der Tiere und von mir. Da ich auf Kreta nun viel Hochdeutsch sprach, tat ich das unbewusst auch hier. Sie sah meinen Schweizer Pass und fragte mich, ob ich Schweizerin sei. Darauf erwiderte ich, "ja, das sei ich".( Der Pass zeigt dies doch, hallo? ) Darauf fragte sie mich, warum ich denn Hochdeutsch rede und kein Schweizer Deutsch. Wir leben ja hier in der Schweiz und nicht in Deutschland, auch wenn ich gebürtige Deutsche sei. (war das eine fremdenfeindliche Einstellung?) Das war mein Startschuss! Ich sagte ihr, dass es sie gar nichts anginge, in welcher Sprache ich mit ihr rede und das dies auch nicht hier hingehöre und nichts mit der Zollkontrolle zu tun habe. Ich sei nicht verpflichtet Schweizer Deutsch zu sprechen. Darauf antwortete sie, dass ich wohl nicht den Mut hätte, mit einem deutschen Zollamt so zu reden. Ich sagte dann, oh doch, das habe ich, weil ich im Gegensatz zu ihr kein Problem mit anderen Nationalitäten hätte und niemanden seine Sprache vorschreibe. Sie beschimpfte mich und dann und attackierte mich mit einer Zollkontrolle, wie ich sie noch nie erlebt habe. Und ich reise mehrmals im Jahr. Weil ich ja Zeugen hatte, die dieses ungebührende Verhalten von dieser Frau mitbekamen, erklärte ich sie zur frechen Person und dass mir so was noch nie untergekommen sei. Sie diskutierte und schimpfte weiter und ich sagte ihr, wenn ihr der unterbezahlte Job nicht gefalle, könne sie jeden Tag aufhören. Sie repräsentiere hier die Schweiz in einem selten schlechten Licht. Sie untersuchte die Pässe der Tiere mehr als einmal und immer wieder und ich sagte ihr dann, dass es sie ja wohl übel anscheissen muss, keine andere Befriedigung und Erfüllung wie Familie oder Kinder zu haben, dass sie so schlecht drauf sei. Sie meinte, ich rede mit einer Ordnungsperson. Ich sagte ihr, sie rede mit einem Schweizer Bürger, der seit über 30 Jahren in der Schweiz brav seine Steuern zahle und ihren Lohn mitfinanziere. Ich sagte ihr dann, wenn noch ein Ton über ihre Lippen komme, dann hole ich die Flughafenpolizei und beschwere mich bei der Zollaufsicht in Bern. Ich sagte ihr auch, dass wenn sie glaube, ich hätte Angst vor ihr, solle sie ruhig so weiter machen. Dann lerne sie mich kennen. Ich fragte sie, ob sie sich entschuldigen wolle. Sie drehte sich lautlos um und verschwand. Ihr Kollege riet mir zur Beschwerde, denn er toleriere ihr Verhalten auch nicht. Ich zahlte meine Zollstrafe und konnte einreisen. Als ich dann auf Schweizer Boden die eingereisten Tiere an die Adoptanten verteilte, machte er eine Rauchpause. Er wusste genau, ich nehme die Tiere wie erklärt nicht mit nach Hause und er wusste, dass ich das Gesetz auf meiner Seite habe. Seit Heraklion bin ich Besitzer der Tiere. Was ich auf Schweizer Boden mit ihnen mache, ist meine private Sache. Er lächelte mich an und ich glaube, ich habe einen Freund am Zoll gefunden. Eine Woche nach meiner Rückkehr erfuhr ich von Brigitte, dass sie die Mama und zwei ihrer Welpen auf den "Ölhof" zurückbringen musste. Es hat ihr das Herz zerrissen. Ich heulte, weil ich mir ganz genau vorstellen konnte, wie die so anhängliche Mama hinter her schaut und weint und nicht verstehen kann, warum man ihr das nun antut. Ich sitze hier zu Hause und lese Brigittes Zeilen und weine und weine……. Ich weine meine und Brigittes Tränen und die Tränen der so anschmiegsamen Hundemama und ihr beiden Welpen. Das war schon lange überfällig. Dann die gute Nachricht. Henry ist vermittelt. Henry flog am 15. Oktober in eine neue schöne Zukunft. |
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Liebe Brigitte, ich komme wieder und wir werden nicht aufgeben. Für die Tiere von Kreta, Finikas und Plakias |
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http://www.mensch-tier-spirits.ch