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Kathie & Brian

An das Haus, in dem das englische Ehepaar seit ein paar Jahren lebt, kann ich mich gut erinnern. Pinkfarben gestrichen stand es verlassen unterhalb der Straße, ein paar Truthähne haben es vor Jahren noch bewacht. Keine Terrasse, der Weg war in einem sehr schlechten Zustand. Ich hätte nie gedacht, dass sich dort irgendwann jemand wohlfühlen kann. Heute erinnert nichts mehr an das verlassene Haus. Schon bevor ich das Tor öffne kommt mir eine Rasselbande von Hunde entgegen. So unterschiedlich wie die Größe der Hunde, sind auch ihre Geschichten... Ich begrüße die kleinen und die großen, die aufdringlichen und die schüchternen und denke mir, hier würde ich auch gerne Hund sein.
 

 
 

Das erste Gebäude sollte wohl mal eine Garage werden, heute ist es eine Auffangstation für Katzen. Perfekt und liebevoll eingerichtet. Der erste Blick lässt erahnen, dass hier zwei Menschen leben, die Katzen über alles lieben.  Alle Volieren sind gefliest, es herrscht peinlichste Sauberkeit. In jeder Box stehen Näpfe mit Futter und Wasser, Schlafplätze aus kuscheligen Decken sind eingerichtet und auch die Katzentoilette und das Spielzeug fehlen nicht.

 
 

 
In der ersten Box treffe ich Brian. Er begrüßt mich freundlich wie immer, aber er hat Sorgenfalten auf der Stirn. Vor ihm, auf der Ablage in der ersten Box, liegt Tini am Tropf. Er ist vollkommen ausgetrocknet und ihm fehlt die Kraft, selber zu trinken.
Tini ist eine von vielen, vielen Katzen, die Kathie und Brian in den letzten Jahren aufgepäppelt haben, und es steht außer Frage, dass die Beiden alles geben werden, um Tini zu helfen und ihn wieder gesund zu machen.
 

 
In den anderen Boxen herrscht geschäftiges Treiben. Neugierige Katzen hängen wie kleine Äffchen an den Gittertüren, um einen Blick auf den Fremdling zu erhaschen.
 

 

Ich gehe weiter in Richtung Haus. Umringt von fröhlichen Hunden, sehe ich auch ein paar freilaufende Katzen. Alle sehen gepflegt und gesund aus, und ich stelle mit Freude fest, alle sind kastriert.
Als ich das Katzenhaus betrete, verschlägt es mir fast den Atem.
Aber sehen Sie selbst:

 
 
 
 
 
 
Nachdem ich meinen Rundgang beendet habe, treffe ich Brian und Kathie am Haus. Ihr Sohn ist zu Besuch und so wie es aussieht, hat ihn sein Vater bei den Arbeiten mit eingespannt. Die Beiden begleiten mich zum unteren Teil des Grundstücks.
 
 

Erst mal geht es eine Natursteintreppe herunter und uns begrüßen ein paar Gänse, die gerade im kleinen See ihr Bad beendet haben. Dann kommt der Bauplatz für die Hundehütten. Brian hat viel Zeit und Mühe investiert, um günstigere und vor allem haltbarere Hütten für „uns“ bauen zu können.

 
 
 

Dann zeigt er mir, mit ein wenig Stolz, seine Zwingeranlage. Sie ist meist voll belegt, auch mit „unseren“ Hunden. Und natürlich fehlt es hier auch an nichts. Alles perfekt durchdacht und umgesetzt.

 
Hier ist die Zwingeranlage noch im Bau. Mittlerweile ist sie komplett fertiggestellt.
 
Kathie und Brian sind für unsere Arbeit eine riesengroße Hilfe. Ich habe, wenn wir mal nicht mehr weiter wussten oder uns ein Pflegeplatz für ein Tier fehlte, NIE ein „Nein“ von Kathie und Brian gehört.
 
 
 
Kathie gibt, vor allem den Katzen, die Liebe und Zuwendung, die die Tiere so lange vermisst und sich so sehnlich gewünscht haben. So viele Tiere sind in ihren Händen wieder aufgeblüht und gesund und munter geworden.
 
 

Brian trägt meist Arbeitskleidung und das Paradies, das er hier geschaffen hat, lässt erahnen, welchen Beruf er mal ausgeübt hat. Wenn Not am Mann ist, hilft er auch beim Aufstellen der Hütten oder beim Transport vom Futter.

 
 
 

Im Namen der Tiere, die Kathie und Brian aufgenommen und gesund gepflegt haben, möchten wir uns ganz herzlich bedanken und am Ende haben wir noch einen bescheidenen Wunsch:

 

Bleibt wie Ihr seid und den Tieren, die Euch brauchen, noch lange erhalten.

 

Text & Fotos: Jürgen