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Carlos
Immer wieder fahre ich an diesem Platz vorbei und immer wieder erinnere ich mich an Carlos. War er doch einer der ersten, dem wir helfen konnten. Hier an diesem Platz hat er gelebt. |
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Heute ist sein Platz leer. Carlos ehemaliger Schlafplatz, die beiden Abwasserrohre, sind heute voller Müll und Steine. Im Laufe der vergangenen Jahre haben Büsche und Sträucher seinen Platz eingenommen. Niemand vermisst ihn hier, selbst sein ehemaliger Besitzer nicht. Eigentlich sollte Carlos hier einmal die Straße bewachen, um Schafe und Ziegen am Passieren zu hindern. Irgendwann wurde er nutzlos für den Besitzer und er gab ihn frei. Wir nahmen ihn damals auf. |
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Carlos hat Spuren hinterlassen, die selbst nach fünf Jahren nicht verschwunden sind. Der Halbkreis seiner Kette, die unaufhörlich auf dem Asphalt schliff, ist nach wie vor nicht verblasst. Und immer wieder, wenn ich diesen Platz passiere, kocht in mir diese Wut hoch. Sie gilt denen, die Carlos und unzähligen anderen Hunden dies immer wieder antun. Sie isolieren, ihre Krankeiten, ihren Hunger, ihren Durst und ihre Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit ganz selbstverständlich ignorieren. |
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Carlos hat Glück gehabt und lebt in seiner neuen Familie in Deutschland. Seine Befreiung hat uns Mut gemacht und Kraft gegeben, weiter zu machen. Immerhin ist an diesem Ort nie wieder ein Hund angebunden worden. Vielleicht, aber auch nur ganz vielleicht, hat unsere Hilfe ein ganz kleines bisschen im Denken seines ehemaligen Besitzers verändert. Heute, mehr als fünf Jahre später, sind wir ein wenig schlauer. Sind es doch meist ganz einfache Leute, die es nicht besser wissen, weil sie den Umgang mit Tieren nicht anders gelernt haben. Sie belehren können wir nicht und tun es auch nicht, aber wir leben ihnen vor, wie es anders gehen kann. . . . und manches Mal schaut mich einer so komisch von der Seite an und ich kann spüren, dass er ahnt warum wir das machen . . . |