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Guten Tag,
bevor es wieder Beschwerden hagelt, melde ich mich mal wieder... Aber Ihr müsst auch verstehen, dass es für mich als ziemlich kleinem Kater ziemlich anstrengend ist, jeden Tag was zu erzählen.
Jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken und nachts träume ich von Hunden und Katzen und allem, was ich so erlebt habe.
Gestern durfte ich mal wieder raus und das umzäunte Grundstück ist mir ja schon lange zu klein. Also habe ich mich auf den Weg in die andere Richtung gemacht. Da liegt ein großer Holzhaufen, auf dem man schön rumturnen kann.
Und daneben stand ein Auto. Autos kenne ich ja aus Rethymno, aber hier stand das einfach da und hat sich nicht bewegt. Also konnte ich das ja auch mal näher untersuchen.

 
Isch möcht zo Foß noh Kölle jon...

Keine Hoffnung auf Heilung hier auf Kreta, Trümmerbrüche, die falsch zusammengeheilt waren, eine Hüftfraktur und ein Trauma.

Beide haben einen Unfall erlebt, der sie behindert machte. Eine sehr schwierige Situation für uns Tierschützer hier, wissen wir doch, dass wir ihnen hier ohne die Hilfe und das Engagement von Außen nicht helfen können. Sei es aufgrund der nur sehr begrenzt möglichen medizinischen Versorgung auf Kreta oder der finanziellen Situation eines kleinen Tierschutzvereins. Doch glücklicherweise gibt es Menschen, die uns unterstützen mit dem, was sie haben und/oder können. Sie haben das Leben dieser beiden gerettet und wieder lebenswert gemacht.

Dustin,
zirka 2 Jahre alt, kam aus Heraklion. Eine Tierschützerin hier vor Ort nahm ihn auf, denn man hatte keine Chance gesehen, dem Hund hier auf Kreta helfen zu können. Sie nahm ihn mit nach Plakias, doch was nun? Wir suchten Pflegestellen und Tierärzte, doch es gestaltete sich schwierig, eine Lösung zu finden. Dustin humpelte stark mit einem Hinterlauf, war er doch so ein fröhlicher Kerl, dessen größtes Hobby der Fußball war.

Irgendwann sprach mich Brigitte auf Dustin an. Was sollen wir mit ihm machen? Wer nimmt ihn? Wer operiert ihn? Und wer bezahlt das? Ich fragte meinen "alten" Tierarzt in Köln und er stimmte zu, ihn zum Tierschutzpreis zu behandeln. Aber das war noch nicht alles, er fragte seine Sprechstundenhilfe, ob sie ihn in Pflege nimmt und sie sagte ja! Innerhalb weniger Tagen war alles organisiert und Dustins Reise nach Köln stand fest. Doch nicht nur Dustin brauchte dringend eine OP. Einige Tage zuvor fand ein Tierschützer hier vor Ort nahe Rethymno einen Hund, ganz offensichtlich angefahren. Überall lagen Autoteile auf der Straße, doch den Hund hatten alle Vorbeifahrenden anscheinend nicht gesehen.

Sophie.
Überall Schnittwunden, sie humpelte stark und war völlig verstört. Sie reagierte nicht auf uns, ihre Augen waren leer, kein Schwanzwedeln, aber sie fraß. Wir ließen sie in Ruhe, führten sie mehrmals am Tag raus, fütterten sie und warteten.
Wir ließen ein Röntgenbild machen bei einem Tierarzt hier in der Nähe. "Da ist nichts gebrochen"... war die Diagnose und wir warteten weiter. Doch ihr Humpeln wurde schlimmer, ihre Hüfte schwoll an und wir beschlossen, ins 60 km entfernte Chania zu fahren. Dort, wussten wir, ist eine kompetente Tierärztin mit einem funktionierenden Röntgengerät. Doch ausgerechnet an dem Morgen war das Rötgengerät defekt... die Tierärztin versprach jedoch, sich direkt um die Reparatur zu kümmern und sie hielt Wort: Bis zum Abend funktionierte es wieder.
Die Röntgenbilder zeigten eindeutig Frakturen an der Hüfte und es war klar, dass Sophie so schnell wie möglich und vor allem noch vor Winterbeginn Kreta verlassen musste, denn wenn die Fluggesellschaften ihre Direktflüge einstellen, würde es schwierig, Sophie nach Deutschland zu fliegen.
Mittlerweile hatte sich Sophie ein wenig erholt. Sie wartete schon immer an der Tür auf uns. Wir ließen sie draußen frei laufen und sie nahm immer mehr Kontakt zu uns auf.
Wir suchten Flugpaten und ich rief meine tierärztliche Praxis in Köln an, wo mich Frau Dix am Telefon begrüßte und mir erzählte, dass sie auch gerne einen Hund hätte und sich vorstellen könnte, einen Pflegehund zu nehmen. Ihre Kollegin wäre mit Dustin total glücklich.
"SOPHIE", dachte ich nur, "das ist deine Rettung". Ich schickte ihr Bilder von Sophie und auch mein Tierarzt versprach, wieder zu helfen und so reiste auch Sophie nach Köln. Beide Hunde wurden erfolgreich operiert und sind zurzeit noch bei ihren Pflegemamas.

Und das schreibt Frau Klosek über ihren Schützling...

Dustin ist ein absoluter Kumpel und ist ein super lustiger Wegbegleiteter, freut sich den ganzen Tag über Alles und Jeden. Er liebt Kinder abgöttisch und mein Traum wäre eine Familie mit Kindern, die sich einen tollen Freund wünschen. Grundkommandos sind schon fest eingespeichert und der Rest wird problemlos funktionieren. Dustins gebrochenes Bein verheilt gut und bald ist er auch fähig, vernünftig zu laufen.

Und auch Sophie guckt nicht mehr so traurig. Leider haben wir keine aktuellen Fotos, aber alle Schnittwunden sind verheilt, und die Operation war erfolgreich. Sie läuft Treppen, geht gerne spazieren, hört auf ihren Namen, versteht sich mit anderen Hunden... Sie ist eine tolle Beagle-Dame, die dank der medizinischen und menschlichen Fürsorge wieder Vertrauen fassen konnte und wieder Spaß am Leben hat.

Dustin und Sophie suchen beide noch ein endgültiges Zuhause.

Wenn Sie sich vorstellen können, ihnen ein Zuhause zu geben, wenden Sie sich bitte an die Tierärztliche Kleintierpraxis Dr. Lausberg in Köln Weidenpesch, Tel.: 0221-744370

Einen herzlichen Dank des gesamten APAL-Teams an Dr. Frank Lausberg, Frau Klosek, Frau Dix und das gesamte Team!

Ich glaube ja, dass es ziemlich egal ist, ob wir auf zwei, drei oder vier Beinen durchs Leben gehen. Wichtig ist es, dass wir jemanden haben, der für uns da ist, auf uns aufpasst und uns die Möglichkeit gibt, ihm alles zurück geben zu dürfen, was er uns an Liebe und Hilfe gegeben hat.

Bis Morgen,

Euer Kazou