Willkommen auf dieser Welt – wenn nicht dort, dann eben hier!
Brigitte, eine engagierte Tierfreundin auf Kreta, war in ihrem Bus auf der Schnellstraße unterwegs. Kurz vor Rethymno lag etwas Kleines, Rotes auf der Straße und sah ziemlich platt aus. Kein ungewöhnlicher Anblick auf Kreta, tote Hunde oder Katzen liegen dort oft auf der Straße, ohne dass es jemanden kümmert. Von daher machte Brigitte sich keine großen Hoffnungen, aber trotzdem hielt sie an und stieg aus dem Wagen. Einige Autos fuhren an ihr vorbei, genau mittig über den regungslosen kleinen Körper, bevor sie sich endlich auf die Straße wagen konnte. Schnell sammelte sie das Katzenbaby auf, eigentlich nur, um es in das hohe Gras zu legen. Doch diese Chance ließ der kleine Mann sich nicht entgehen, er riss seine großen Kulleraugen auf und ohne es zu wollen, hatte er Brigitte einen Riesenschreck eingejagt. Wie gut, dass Brigitte ein gesundes Herz hat, denn damit hatte sie nicht gerechnet.
Von da an ging alles seinen Gang, erst zum Tierarzt und den kleinen Mann durchchecken lassen. Die erste Diagnose war, ein gebrochenes Bein und wohl auch ein Kieferbruch. Außerdem hatte er ein Ekzem an der Wange aus dem Eiter lief und die Zunge hatte er sich, wahrscheinlich mit seinen Zähnchen, fast durchtrennt. Das Schlimmste war aber, dass er viel zu dünn und viel zu schwach war. Seine Pflege wird viel Zeit in Anspruch nehmen, die dort wohl kaum jemand haben wird.
Da passte es ja wunderbar, dass Carina zu diesem Zeitpunkt wieder ein paar Wochen auf Kreta verbracht hat, um zu helfen. Ein Anruf und der kleine Mann hatte einen super Pflegeplatz. Perfekt!!!
Als erstes bekam der kleine Mann von Carina eine anständige Portion zu Fressen, damit er auch ja zu Kräften kommt. Laufen konnte er danach allerdings nicht mehr, nach nur drei Schritten lag der kleine Mann auf der Seite.
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Am nächsten Tag ging es schon besser, von da an machte er sich immer mit einem kräftigen Schnurren bemerkbar, wenn jemand in seine Nähe kam. Aber trotz der guten Pflege hatte er Schwierigkeiten beim Fressen und sein hinteres Bein musste unbedingt geröntgt werden. Er konnte nicht richtig laufen, hinten kippte er ständig zur Seite weg. Sein Bein auf Kreta behandeln zu lassen wäre sehr teuer, mal abgesehen davon haben die Tierärzte dort auch nicht die beste Fachkompetenz. Brigitte und Carina waren sich einig, für den kleinen Mann wäre es am besten, nach Deutschland zu fliegen, um hier von Inés Leeuw behandelt zu werden (die nur gerade im Urlaub war)!
Egal, es geht schließlich um den kleinen Mann und Carina lässt ihn nicht im Stich! – Nur schnell Flugpaten für Hamburg finden und dann geht’s natürlich zu Mami und Papi, in die Pflegestelle.
Noch schnell eine Mail schreiben und alles ist paletti!
Zitat: Schicke Euch Morgen eine kleine Katze, muss Ines sich unbedingt ansehen! Ist ein Engel auf vier Pfoten, für den wir alles versuchen müssen!!! Ankunft in HH 22.55 Uhr! Ihr müsst ihn abholen oder Herr Pütcher oder Thomas…
Also gut, Carina schickt uns einen Notfall!
Wir versuchen, Ines zu erreichen, um ihr das Neueste mitzuteilen und hoffen, dass sie nicht sauer auf uns ist. Denn schließlich hat sie Urlaub und den gönnen wir ihr von Herzen. Eine Stunde später bekamen wir von Ines eine Nachricht per SMS: Na dann lass sie den Kleinen mal schicken!
Einen Tag später hatte Ines den kleinen Mann in der Hand. Danke Ines!!!
Die Röntgenbilder zeigten uns einen alten Beinbruch, der nicht weiter behandelt werden musste. Das er trotzdem so schlecht lief lag daran, dass sein Sprunggelenk entzündet und dick geschwollen war. Der Kiefer war zum Glück nicht gebrochen und die Zunge heilt auch langsam ab, genauso wie das Ekzem an der Wange.
Glück gehabt kleiner Mann, mit Schmerzmittel und Antibiotikum im Gepäck nahmen wir ihn wieder mit nach Hause.
Jetzt muss er nur noch groß und stark werden, das schafft er schon!
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Wir haben uns schon am ersten Tag in den kleinen Fratz verguckt, er sieht so putzig aus mit seinen großen Augen, dem dünnen Hals, dem dicken Bauch, den Streichholzbeinchen und dem langen Schwanz hinten dran. Er hat ein ganz liebes Wesen und der schönste Dank ist sein Schnurren, laut und ausdauernd!
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