Neuigkeiten:
31.07.2010
Elsa, ein Dauergast im falschen Körper
29.06.2010
LAILA:
Ich habe ein Zuhause!
![]()
02.07.2010
Mein alter Freund Georgie
Erinnern Sie sich noch? Georgie, der Brückenhund?

Noch immer besuche ich ihn fast täglich. Nein, nicht an seinem alten, staubigen, fürchterlichen Platz an der Brücke in Preveli, sondern auf der Homepage des Tierheimes Landsberg am Lech unter den zu vermittelnden Hunden...
![]()
12.05.2010
Dringend Spenden und Flugpaten benötigt!
![]()
22.04.2010
Einen ganz lieben Gruß aus Witten
Spendenkonto:
Wenn Sie unsere
Tierschutz- arbeit unterstützen möchten,
überweisen Sie Ihre Spende bitte auf das Konto:
ANIMAL PROTECTION
AND LIFELINE
EUROBANK EFG
BIC / Swift Code: EFGBGRAA
IBAN:
GR3202601360000150200493900
Wenn Sie eine für das Finanzamt gültige Spenden- quittung brauchen, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf das Konto von:
Tierschutzinitiative
ohne Grenzen e.V.
email: info@tsi-ohne-grenzen.de
Newsletter
Wir halten Sie auf dem Laufenden
Feuer
Donnerstag, mein freier Tag. Ein gründlicher Hausputz stand an, denn für den Abend war eine große Party geplant. Eigentlich macht es ja mehr Sinn nach einer Party zu putzen. Da wir jedoch gerade 7 Hunde beherbergten, von denen zwei Rüden waren und meinten, sie müssten auch in der Wohnung markieren, der Rest der Meute unsere letzten drei Sofakissen zerpflückt hatte und weil in der vorangegangenen Woche wegen Vorbereitung und Durchführung des Sommerbasars keine Zeit für die Hausarbeit blieb, kam ich um eine Grundreinigung nicht herum. Ich schwang gerade den Staubsauger und Jürgen testete die Musikanlage mit Karls Riesenlautsprechern, ein Geräuschpegel also der kaum zu überbieten war, als uns ein Riesengetöse nach Draußen lockte. Ein Lösch-Hubschrauber überflog unser Haus, um in der Plakiasbucht Wasser aufzunehmen. Zwei Schluchten hinter der Kourtalioti-Schlucht stiegen dunkle Rauchwolken auf. Nicht schon wieder! In diesem Jahr ist unsere Region schwer gebeutelt von Bränden. Es war das 5. große Feuer in diesem Sommer. |
![]() |
Mein erster Gedanke galt Jack, dem Wegehund zum Preveli-Strand. Aber das Feuer war noch kilometerweit entfernt. |
![]() |
Beim großen Brand in der Amoudi-Bucht vor zwei Monaten, rief Maren uns aufgeregt an. Der Bernhardiner, einer der Wegehunde den Sie betreut, befand sich in der Nähe des Brandes. Sie brauchte Werkzeug um den schweren Schekel zu lösen und Hilfe, um den Hund ins Auto zu verfrachten. Wir waren jedoch gerade nach Rethymno unterwegs, um zwei Hunde zu übergeben, die am nächsten Morgen nach Deutschland fliegen sollten. Zum Glück konnte sie Susanne und Frank erreichen, die ihr halfen, den Hund in Sicherheit zu bringen, das heißt, erst einmal zu uns. Ich möchte keinem Griechen unterstellen, dass er bewusst in Kauf nimmt, dass sein Hund verbrennt. Aber wer schon mal bei einem großen Brand dabei war, weiß auch, was für eine Panik herrscht, wenn der Olivenhain brennt oder die Schafe und Ziegen in Gefahr sind. Diesmal schien ein Handeln unsererseits nicht von Nöten, und so machte ich mich gegen Mittag mit Carina unserer Praktikantin auf den Weg an den Strand. Es war ihr letzter Tag und auch ich war nach einer Woche Badeabstinenz begierig auf eine kleine Abkühlung. Doch auf halbem Weg nach Souda siegten meine Unruhe und die Sorge um Jack über meine Lust auf ein kühles Bad. Carina und ich waren uns einig, dass es nicht schaden könnte, zumindest mal die Lage zu checken. Also wendeten wir und fuhren Richtung Preveli. Wir passierten die Brücke am Fluss. Hier schien alles wie immer, reges Treiben in Manussos Taverne, und auch der Verkehr von und in Richtung Preveli-Strand war wie gewöhnlich. Wir fragten zwei entgegenkommende Griechen nach Jack, den sie passiert haben mussten. Der erste meinte, wir sollten uns keine Sorgen machen, das Feuer wäre ganz woanders, es bestände keine Gefahr. Der Zweite sagte, dass schon jemand oben wäre, der sich um den Hund kümmern würde. Nun gut, unsere Hilfe wurde nicht benötigt, also wendeten wir. Trotz allem hatte ich ein ungutes Gefühl. Und zum dritten Mal an diesem Tag drehte ich den Wagen. Langsam fuhren wir die Schotterpiste hoch, und ich hoffte, dass meine Reifen die Strapazen überstehen würden, denn ein Wechsel derselben war schon lange überfällig. |
![]() |
Oben angekommen, trafen wir auf Leslie. Er fährt mehrmals in der Woche mit dem Moped bei Jack vorbei und kontrolliert Wasser und Futter. Auch er hatte sich Sorgen gemacht, und wollte nachsehen, ob der Hund in Gefahr sei. Das Feuer war noch relativ weit entfernt, auch der Wind wehte nicht in unsere Richtung. Jack ging es gut. Er freute sich über die vielen Besucher, denn mittlerweile hatten sich auch schon ein paar Schaulustige zu uns gesellt. Nach wenigen Minuten jedoch bekamen wir einen anderen Eindruck der Situation. Wahrscheinlich durch die Kaminwirkung des hinter Jacks Hütte liegenden Tales und auch durch die enorme Größe des Brandes, fraß sich das Feuer nun auch in unsere Richtung. Die extreme Rauchentwicklung hinter den vor uns liegenden Bergen, die uns das Ausmaß der Katastrophe nur erahnen ließ, wechselte nun in das Bild einer Flammenfront von bestimmt 30 Metern Höhe, die sich Angst einflößend zügig auf uns zu bewegte. |
![]() |
Ich wollte nur noch dort weg. Vor etwa 10 Jahren sind wir mal bei einem Brand in der Nähe von Saktouria von den Flammen eingeschlossen gewesen, und dachten unser letztes Stündlein hätte geschlagen. Diese Erfahrung brauchte ich nicht noch ein zweites Mal. Wir packten Jack ins Auto und hauten ab. Auf dem Rückweg fuhren wir noch beim Besitzer des Hundes vorbei. Ich rechnete nicht damit, ihn dort anzutreffen, wollte aber zumindest eine Nachricht hinterlassen, dass wir Jack mitgenommen haben. Wir trafen auf die Mutter des Bauerns, die ziemlich hysterisch, Panajia rufend und sich bekreuzigend über den Hof lief. Dann erschien doch noch der Besitzer von Jack, sprang von seinem Traktor und rannte in einem für Griechen ungewöhnlichen Affentempo zu seinem Pick-Up. Dass er uns, als er mit durchdrehenden Reifen vom Hof raste, noch Danke zurief, war mehr als ich erwartet hatte. Dann ein Anruf von Brigitte, sie sei auf dem Weg zum Preveli-Hund. In der Aufregung hatte ich ganz vergessen sie zu informieren. Jack verbrachte also die Nacht bei uns. |
![]() |
| Am nächsten Morgen, nach drei Stunden Schlaf, denn wir hatten eine wirklich nette Party bis um 6.00 Uhr, fuhr ich mit Jack wieder hoch zu seiner Hütte. Die Mutter des Bauern hatte mich gebeten, so schnell wie möglich den Hund zurück zubringen, wegen der Schafe eben. Ich weiß bis heute nicht, ob es überhaupt noch Schafe gibt, die es zu bewachen gilt, denn das Bild, was sich mir bot, war wirklich fürchterlich. |
![]() |
Bis auf zwei Meter an die Hütte heran war alles verbrannt. Ich stand erst einmal da und hab geheult. |
![]() |
Abgesehen davon, dass keine Pflanze dieses Inferno überstanden hatte, wurde mir bewusst, dass Jack wahrscheinlich das einzige Lebewesen weit und breit war, das nicht in den Flammen umgekommen ist. Jack beeindruckte diese verkohlte Mondlandschaft um seine Hütte herum absolut nicht. Er machte erst einmal zwei große Haufen, die er sich wohl bei uns verkniffen hatte, auch eine Form von Stubenreinheit. Dann ging er seiner gewohnten Beschäftigung nach, vorbeifahrende Touristen zu verbellen. Mir blieb nur noch, ihm frisches Wasser und Futter hinzustellen und ihn noch mal ordentlich durchzubobbeln |
![]() |
| Brigitte fuhr am Tag nach dem Feuer die Gegend ab. Sie war schockiert, so weit Ihr Auge reichte, alles verbrannt. Es sah aus wie eine Mondlandschaft. Wir hatten dort vor einiger Zeit zwei Hütten aufgebaut. Eine für einen Schäferhund, er war bis dato auf der anderen Seite des Weges an einem Zaunpfosten angebunden. Ohne Schatten und ohne Schutz. |
![]() |
Es ist unglaublich, der Schäferhund hat dank seiner Hütte überlebt. Ringsherum, alles verbrannt. Er muss entsetzlich gelitten haben, bei der Hitze und dem Rauch um ihn herum. |
![]() |
| Wir alle waren erleichtert, dass keiner der Hunde die wir betreuen, zu Schaden gekommen ist und dass unser Hundehüttenprojekt auch Leben retten kann. |
Petra hat noch eine Ergänzung zu dem Brand in der Gegend um Drimiskos geschrieben: Menschen sind bei dem Brand auch verletzt worden, um ein Haar hätte es auch Tote gegeben.... |
Text: Marita, Jürgen & Petra, Fotos: Marita & Brigitte |