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. . . und dann kam Elsa
18.10.2010 |
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Ich schätze sie mal so auf 43,7 kg Lebendgewicht. Bei unserem ersten Spaziergang war es für mich ein gefühlter Doppelzentner, den ich hinter mir herzog oder je nach Elsas Laune vor mir herschob. Aber dazu später. Im Tierschutz gelten keine oder merkwürdige Gesetze, deshalb frage ich mich bis heute, wieso gerade ich dieses Riesenkalb in meine Obhut bekommen habe. Was bitte ist das für eine Günstlingswirtschaft, dass Elsa auf der traumhaften Insel Kreta, an einem stillen, ruhigen, verschwiegenen Ort, der seinesgleichen sucht, vor mir in einem Olivenhain einen der schönsten Plätze für einen Hund bewohnen darf und ich gerade versuche, mit einer Schraubzwinge und einer Nagelfeile gerüstet, mein schönes aber stark renovierungbedürftiges Haus etwas bewohnbarer zu machen? Keine Ahnung wie Brigitte, Marita, Steffi und vor allem Maren es geschafft haben, mir dieses Riesenbaby aufzuschwatzen. Aber ich hab nun mal auch meinen Stolz. Nachdem Marita und Steffi beim ersten Versuch, mit Elsa spazieren zu gehen, kläglich gescheitert waren, wollte ich auch meine Chance. Ich bekam sie und hab sie angenommen. Frohen Mutes fuhr ich zu den Beiden, suchte mir aus der Auswahl an Hundeleinen nicht die längste oder schönste, sicher aber die stabilste aus und Elsa und ich gingen los. Das heißt, Elsa mit mir. Wie von Zauberhand geleitet ging sie ihren Weg. So als wüsste sie genau wo das Ziel war. Ich indes fragte mich, wieso sie nicht einfach mal inne hält. Kreta hat so viel zu bieten, duftende Blumen und Kräuter, die die Wege säumen oder die Sonnenuntergänge, die die Welt um uns herum von Minute zu Minute neuer und wunderbarer erscheinen lassen. Nicht für Elsa. Nase auf den Boden und ab geht´s. Nach zehn/fünfzehn Minuten dachte ich: "Nun ist der Bann gebrochen!", denn ich konnte mit Elsa an der Leine ganz entspannt laufen. Diese Wendung tat auch meinem Rücken gut und ich fragte mich, was wohl passiert sei. So gingen wir gemeinsam ihren Weg. Als sie das nächste Mal inne hielt, hockte ich mich neben sie auf den Boden und gab ihr eines der von mir eigens für dieses Projekt vorbereiteten Leckerchen. Und tatsächlich, sie nahm mich wahr. Oder vielleicht nur die getrocknete Wurst in meinen Pfoten? Der Grund für diese Pause war ganz einfach, sie war fix und fertig, setzte sich hin und blickte mich mit ihren treuen Augen an. So als würde sie sagen wollen: "Das ist ein schöner Spaziergang und dann noch eine Belohnung, können wir das nicht öfter machen?" |
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Es kam, wie es kommen musste, ich hatte Elsa an der Backe. Vielleicht wäre alles ganz anders gelaufen, hätte ich nicht in ihre Augen geschaut. Ich kenne das aus jahrelanger Erfahrung. Da kommt so ein dahergelaufener Köter zu dir in Haus und Hof, frisst wie ein Scheunendrescher, macht seine Geschäfte in deinem Wohnzimmer, zerlegt dein Inventar und Mobilar, gräbt deine letzten Blumen aus und setzt sich dann irgendwann mit der Hülle deiner Lieblings-CD im Maul vor dich, gibt dir Pfötchen und du schaust unvorbereitet in seine Augen. Vorbei, zu spät, ich habe mein Herz verloren . . . |
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Dazu kam noch, dass wir im Tierschutz auch noch global denken müssen. Denn Elsa bewohnte bei Marita und Steffie einen Welpenauslauf, der dringend für Neuzugänge benötigt wurde. Mit all meiner Kraft bugsierte ich Elsa zu meinem Auto, wobei sie wohl schon geahnt haben muss, dass diese Veränderung nur von Vorteil für sie sein konnte. Denn ich musste weder fremde Hilfe bemühen noch irgendwelche Gerätschaften zu Rate ziehen, um Elsa in mein Auto zu bekommen. Zu Hause angekommen befestigte ich Elsa an der Laufleine und war augenblicklich abgemeldet. Sie untersuchte jedes Steinchen, jeden Grashalm. Selbst jede der herunter gefallenen Oliven ließ sie nicht aus. |
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Das gab mir Zeit, mich meinen hartnäckigen Abschlussleisten in meinem Häuschen zu widmen, die einfach nicht loslassen wollten. Irgendwann in meiner Wut hörte ich Elsa bellen, ich schaute aus der Tür und schrie ihr zu: „Günstlingswirtschaft!“ Frisch gestärkt ist nun ihr Lieblingsspielzeug fällig. Es ist ein etwa 50 Zentimeter langer Strick, an dem sich an den beiden Enden jeweils ein Knoten befindet. Er wird totgeschüttelt, hochgeworfen und manchmal wieder aufgefangen, weggeschleudert und wieder gesucht. Aber hin und wieder nimmt sie ihn einfach in ihr Maul, legt sich gemütlich unter einen ihrer zwei erreichbaren riesigen Olivenbäume in den Schatten, hält ihn zwischen ihren Tatzen und schläft glücklich ein. |
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Ja, ich hab´ Elsa in mein Herz geschlossen! Aber sie ist bei mir nur zur Pflege, für den Übergang . . . |
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Weiter geht´s mit: Zwei Wochen mit Elsa |