Neuigkeiten:

Wilma

05.03.2012


Mein erster Pflegehund

20.02.2012

Nach Hause

16.01.2012


Was ist eigentlich..

13.01.2012


Neues von Kasimir


Spendenkonto:

Wenn Sie unsere Tierschutz- arbeit unterstützen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf das Konto:

ANIMAL PROTECTION
AND LIFELINE

EUROBANK EFG

BIC / Swift Code: EFGBGRAA

IBAN:
GR3202601360000150200493900

Kontendaten als Textdatei



Wenn Sie eine für das Finanzamt gültige Spenden- quittung brauchen, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf das Konto von:

Tierschutzinitiative
ohne Grenzen e.V.

Sparkasse Starkenburg
Konto: 4 111 689
BLZ: 509 514 69
IBAN: DE28 5095 1469 0004 1116 89
SWIFT-BIC: HELADEF1HEP
Verwendungszweck: Plakias
Bitte senden Sie uns für die Quittung Ihre Adresse per Mail zu!

Kontendaten als Textdatei

email: info@tsi-ohne-grenzen.de

Newsletter

Wir halten Sie auf dem Laufenden


Anmelden   Abmelden

. . . und dann kam Elsa

18.10.2010
 
 

 

Ich schätze sie mal so auf 43,7 kg Lebendgewicht. Bei unserem ersten Spaziergang war es für mich ein gefühlter Doppelzentner, den ich hinter mir herzog oder je nach Elsas Laune vor mir herschob. Aber dazu später.

Im Tierschutz gelten keine oder merkwürdige Gesetze, deshalb frage ich mich bis heute, wieso gerade ich dieses Riesenkalb in meine Obhut bekommen habe. Was bitte ist das für eine Günstlingswirtschaft, dass Elsa auf der traumhaften Insel Kreta, an einem stillen, ruhigen, verschwiegenen Ort, der seinesgleichen sucht, vor mir in einem Olivenhain einen der schönsten Plätze für einen Hund bewohnen darf und ich gerade versuche, mit einer Schraubzwinge und einer Nagelfeile gerüstet, mein schönes aber stark renovierungbedürftiges Haus etwas bewohnbarer zu machen? Keine Ahnung wie Brigitte, Marita, Steffi und vor allem Maren es geschafft haben, mir dieses Riesenbaby aufzuschwatzen.

Aber ich hab nun mal auch meinen Stolz.

Nachdem Marita und Steffi beim ersten Versuch, mit Elsa spazieren zu gehen, kläglich gescheitert waren, wollte ich auch meine Chance. Ich bekam sie und hab sie angenommen.

Frohen Mutes fuhr ich zu den Beiden, suchte mir aus der Auswahl an Hundeleinen nicht die längste oder schönste, sicher aber die stabilste aus und Elsa und ich gingen los. Das heißt, Elsa mit mir.

Wie von Zauberhand geleitet ging sie ihren Weg. So als wüsste sie genau wo das Ziel war. Ich indes fragte mich, wieso sie nicht einfach mal inne hält. Kreta hat so viel zu bieten, duftende Blumen und Kräuter, die die Wege säumen oder die Sonnenuntergänge, die die Welt um uns herum von Minute zu Minute neuer und wunderbarer erscheinen lassen.

Nicht für Elsa. Nase auf den Boden und ab geht´s.

Nach zehn/fünfzehn Minuten dachte ich: "Nun ist der Bann gebrochen!", denn ich konnte mit Elsa an der Leine ganz entspannt laufen. Diese Wendung tat auch meinem Rücken gut und ich fragte mich, was wohl passiert sei. So gingen wir gemeinsam ihren Weg.

Als sie das nächste Mal inne hielt, hockte ich mich neben sie auf den Boden und gab ihr eines der von mir eigens für dieses Projekt vorbereiteten Leckerchen. Und tatsächlich, sie nahm mich wahr. Oder vielleicht nur die getrocknete Wurst in meinen Pfoten?

Der Grund für diese Pause war ganz einfach, sie war fix und fertig, setzte sich hin und blickte mich mit ihren treuen Augen an. So als würde sie sagen wollen: "Das ist ein schöner Spaziergang und dann noch eine Belohnung, können wir das nicht öfter machen?"

 

Es kam, wie es kommen musste, ich hatte Elsa an der Backe. Vielleicht wäre alles ganz anders gelaufen, hätte ich nicht in ihre Augen geschaut.

Ich kenne das aus jahrelanger Erfahrung. Da kommt so ein dahergelaufener Köter zu dir in Haus und Hof, frisst wie ein Scheunendrescher, macht seine Geschäfte in deinem Wohnzimmer, zerlegt dein Inventar und Mobilar, gräbt deine letzten Blumen aus und setzt sich dann irgendwann mit der Hülle deiner Lieblings-CD im Maul vor dich, gibt dir Pfötchen und du schaust unvorbereitet in seine Augen.

Vorbei, zu spät, ich habe mein Herz verloren . . .
 
 

Dazu kam noch, dass wir im Tierschutz auch noch global denken müssen. Denn Elsa bewohnte bei Marita und Steffie einen Welpenauslauf, der dringend für Neuzugänge benötigt wurde.
Nachdem ich meine Pläne für den nächsten Tag über den Haufen geworfen hatte, fand ich mich am nächsten Morgen in Pertoli Manolis an die Tankstelle angrenzenden Mini-Baumarkt wieder. 25 Meter stabiles Stahlseil, sicherheitshalber zwei der größten Schekel, ein paar dicke Seilklemmen. Anschließend fuhr ich zu Brian, um eine der Super-Duper Hundehütten abzuholen, dann noch zu Marita und Steffi, um einen Pflanzkübel und den dazugehörigen Speiseimer zur Aufnahme des frischen Trinkwassers zu holen.
Es war Ende März, aber als ich mit den Bauarbeiten fertig war, spürte ich den Sommer kommen.  Schweißgebadet machte ich mich auf meinen Weg, um Elsa in ihr neues Zuhause zu bringen. Sie erkannte mich sofort, wedelte mit ihrem abgeschnittenen Rest von Schwanz und sabberte mich bei unserer Begrüßung aus lauter Dankbarkeit über meinen Besuch erst einmal ordentlich voll.

Mit all meiner Kraft bugsierte ich Elsa zu meinem Auto, wobei sie wohl schon geahnt haben muss, dass diese Veränderung nur von Vorteil für sie sein konnte. Denn ich musste weder fremde Hilfe bemühen noch irgendwelche Gerätschaften zu Rate ziehen, um Elsa in mein Auto zu bekommen.

Zu Hause angekommen befestigte ich Elsa an der Laufleine und war augenblicklich abgemeldet. Sie untersuchte jedes Steinchen, jeden Grashalm. Selbst jede der herunter gefallenen Oliven ließ sie nicht aus.
 
 

Das gab mir Zeit, mich meinen hartnäckigen Abschlussleisten in meinem Häuschen zu widmen, die einfach nicht loslassen wollten. Irgendwann in meiner Wut hörte ich Elsa bellen, ich schaute aus der Tür und schrie ihr zu: „Günstlingswirtschaft!“
Es war ein fröhliches Bellen und ich wusste, ihr geht´s hier gut. Hätte ich nur nicht in ihre Augen geschaut . . .
Das einzige High-Light des Resttages war für uns die Raubtierfütterung. Denn Elsa frisst nicht nur allzu gerne sondern auch gerne viel zu viel. So groß ihr Maul auch sei, dieses kleine Schmankerl, welches ich ihr morgens und abends  mit ihren Tabletten gespickt immer irgendwo in ihrem Futter verstecke, frisst sie immer zuerst. Kann ich überhaupt nicht verstehen, denn ich hebe mir die Kirsche von der Schwarzwälderkirschtorte immer bis zum Schluss auf. Wie eine Spitzmaus wühlt sie danach und wenn sie es dann hat, schaut sie nach oben in den Himmel und kaut genüsslich darauf rum.

Frisch gestärkt ist nun ihr Lieblingsspielzeug fällig. Es ist ein etwa 50 Zentimeter langer Strick, an dem sich an den beiden Enden jeweils ein Knoten befindet. Er wird totgeschüttelt, hochgeworfen und manchmal wieder aufgefangen, weggeschleudert und wieder gesucht.
Aber hin und wieder nimmt sie ihn einfach in ihr Maul, legt sich gemütlich unter einen ihrer zwei erreichbaren riesigen Olivenbäume in den Schatten, hält ihn zwischen ihren Tatzen und schläft glücklich ein.
 
 

Ja, ich hab´ Elsa in mein Herz geschlossen! Aber sie ist bei mir nur zur Pflege, für den Übergang  . . .

Sicher  wird es für mich nicht leicht, sie irgendwann los zu lassen, ich werde ihre Freundlichkeit vermissen, ihre strahlenden Augen, wenn ich auf sie zugehe,  ihre Art, das Leben zu genießen, ihre Lebensfreude, ihre Dankbarkeit für jede streichelnde Hand, für jedes freundliche Wort,  ihr  freudiges Gehüpfe, wenn ich nach Hause komme, ihre Augen, die in mir etwas ausgelöst haben, wozu kein Mensch in der Lage ist, ihr Bemühen. immer alles richtig zu machen und nicht zuletzt ihre Ordnung (sie kackt immer in die gleiche Ecke).

 
 
 
 
Weiter geht´s mit: Zwei Wochen mit Elsa

Text und Fotos: Jürgen