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Elf

Wieder einmal kommt ein Anruf von einem Griechen, Tavernenbesitzer, Hundebesitzer. Und mit den Hunden glattweg überfordert.
Schon mehrmals haben wir versucht, ihn dazu zu bewegen, seine Hündin kastrieren zu lassen. Nun möchte er sie loswerden. Sie sei zu alt.
Wir fahren hin, zu einem Stall unterhalb von Mariou, um sie abzuholen und finden… die Hündin, in schlechtem Zustand – und Welpen. Wir kommen mit dem Zählen nicht hinterher, es sind fünf… sieben… neun – insgesamt 11 Welpen! Einen Welpen finden wir tot vor der Hundehütte. Sieben kleine, etwa drei bis vier Wochen alt und vier größere, zirka sechs Wochen alt aus einem anderen Wurf.

Alle sind in einem erbärmlichen Zustand. Sie sind vollkommen verdreckt, haben allesamt dicke Bäuche, was auf völlige Verwurmung hinweist.
Steffi und Marita beschließen, sie allesamt mitzunehmen. Die Mutterhündin natürlich auch, doch wie sich bald zeigt hat sie nur noch wenig Milch und stößt die Kleinen weg. Sie wird kastriert und kommt zu Kathie und Brian, da sie ihre Kleinen nicht mehr ernähren kann.

Einen Tag später holen wir die andere Mutterhündin - alle Welpen rasen auf die Zitzen zu, doch auch hier kommt nur noch ganz wenig, am nächsten Tag nichts mehr. Wir müssen sie zurückbringen und dürfen sie auch nicht kastrieren, denn sie gehört nicht dem Stallbesitzer. Auf die Frage, wem sie gehört, erhalten wir keine Antwort.
Alle elf Welpen kommen in den großen Auslauf. Steffi versucht, Hilfe zu organisieren. Marita und Steffi haben jetzt insgesamt 19 Welpen! Und die neuen sehen verwahrlost und auch nicht gesund aus. Deshalb muss jeglicher Kontakt mit den restlichen sieben vermieden werden

Glücklicherweise können alle elf Welpen selbständig essen und trinken. Also keine aufwendige Flaschenfütterung! Dafür müssen sie alle ordentlich gewaschen werden. Alle bekommen eine Wurmkur über mehrere Tage. Es ist unglaublich, wie viele Würmer sie ausscheiden!

Da es im Auslauf tagsüber zu heiß ist, kommen sie in den Hühnerstall. Die vier Größeren in eine Box und die sieben Kleinen in eine andere.
Dann heißt es jeden Tag vier Mal Hunde raus zum Füttern, Aufpassen, dass auch alle fressen, notfalls noch ein Schüsselchen mit Welpenmilch, Kacke samt Würmern wegräumen, aufwischen, Boxen schrubben, neue Tücher in die Hundekörbe – und die Welpen wieder hinein.
Nach vier, fünf Tagen hat sich alles einigermaßen eingespielt und die Würmer haben ihren Rückzug angetreten.

Es ist verabredet, dass die Welpen ca. drei bis vier Wochen bei Marita und Steffie bleiben und der Besitzer sie dann abholt und für die weitere Unterbringung sorgt. Außerdem hat er angeboten, die Kosten für Futter und Medikamente selbst zu tragen.
Wir wissen nicht, ob wir uns darüber freuen sollen. Zu frustrierend ist die Erkenntnis, dass wieder einmal zu lange gewartet wurde, trotz mehrmaliger Angebote, die Hündinnen zu kastrieren.
Es bleibt die Hoffnung, dass sich ein paar hundefreundliche Griechen finden, die den einen oder anderen Welpen zu sich nehmen und ihnen eine hundegerechtes Leben bieten. Doch es bleibt auch die Befürchtung, dass einige der Hunde wieder an Ketten landen werden, an irgendwelchen Plätzen, um irgendetwas zu bewachen.
Die Welpen werden an den Ort, wo man sie sich selbst überließ, nicht zurückkehren, das ist vereinbart. Alles andere wird sich zeigen. Sie haben die Chance, auf ein besseres Hundeleben – auch hier auf Kreta.

 

 

Text & Fotos: Silke
Fotos: Marita & Steffi