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Ich weiss gar nicht, ob man das Urlaub nennen kann, was die Beiden so alles erlebt haben. . .

Ich jedenfalls stelle mir meinen so vor:

Ein Urlaub der anderen Art

Unsere Eindrücke der Stall- und Wegehunde-Versorgung

Dieses Jahr waren wir das erste Mal im November auf Kreta. Am Flughafen holten wir unseren Mietwagen ab und fuhren nach Plakias. Mit Brigitte hatten wir ausgemacht, dass wir im Castel wohnen. In Plakias angekommen, riefen wir Brigitte an. Sie schlug vor, dass wir uns in einem Café treffen.
Bei schönstem Wetter genossen wir unseren ersten Frappé des Jahres. Brigitte kam, setzte sich zu uns. Kaum hatte sie ihren Frappé bestellt, bimmelte auch schon ihr Handy. Urlauber wollten zwei Katzen mitnehmen, die aber noch gechipt und geimpft werden mussten. Brigitte sagte:“Jetzt müssen wir erst mal zu Kathy!“
Wir ließen unseren Mietwagen in Plakias stehen und fuhren mit Brigitte zu Kathy und Brian, wo wir uns mit den Urlaubern und den Katzen trafen.
Anschließend fuhren wir zu Marita und Steffi, wo Brigitte mit Patrick verabredet war. Er sollte zwei Hunde nach Heraklion zum Flughafen bringen. Also Boxen und Hunde in sein Auto laden, was wieder eine logistische Meisterleistung war, da der eine ein sehr großer Hund war, und dementsprechend eine Box in Übergröße... So begann unser Urlaub.

An einem der nächsten Tage fuhren wir zu Brigitte und ihrem Mann, um Katzenfutter zu holen, denn zur Aufgabe der Castelbewohner gehört auch das Füttern von Katzen.
 
 
Eigentlich zwei, manchmal waren es aber auch drei. Als wir Brigitte das Foto von dem dritten Kater zeigten, sagte sie: „Oh, den kenne ich ja noch gar nicht!“
Ein paar Tage später bekamen wir morgens eine SMS von Brigitte: „Hallo ihr beiden, seid ihr wach? Lust mitzukommen? Mache ein paar Stallhunde.“
Antwort: „Ja, gerne, wir müssen halt noch einen Becher Kaffee trinken“
Kurze Zeit später war Brigitte auch schon da, um uns abzuholen.
Mit Brigittes Jeep fuhren wir Richtung Preveli. Auf dem Weg dorthin sahen wir eine braune Hündin, die ängstlich vor uns wegrannte. Brigitte bemerkte, dass der Hund zu einem Stall gehöre. Also fuhren wir erstmal dahin. Anstelle der braunen Hündin war jetzt ein Welpe an der Kette, der auf Hühner aufpasste. 
 

Brigitte versorgte ihn mit Flohhalsband, Wurmmittel usw.
Wir fuhren weiter. Bei Preveli, oberhalb der Schlucht, versorgten wir einen weißen Hund. Es war sehr stürmisch an diesem Tag. Wir mussten sehr aufpassen, dass der Wind uns nicht wegweht.
Auf dem Rückweg kamen wir an mehreren kleinen Katzen vorbei, die am Straßenrand neben zwei Mülltonnen lebten. Auch sie versorgten wir mit Futter. Als wir ein paar Tage später wieder vorbeikamen, war eine davon bereits totgefahren...
So vergingen unsere Tage. Mehrmals waren wir mit Brigitte in Sachen Tierschutz unterwegs. An einem Tag fuhren wir nach Rethymno zu einem Tierarzt, bei dem Brigitte eine Katze abholen wollte. Leider ist sie die Nacht vorher verstorben (Vermutlich Gift). Wir nahmen Flohhalsbänder verschiedener Größen, Wurmtabletten und sonstige Medikamente für die Versorgung der Tiere mit.
Einmal kam Brigitte, um uns abzuholen, und sie hatte eine Gans auf ihrem Schoß. Alfonsina. Albert übernahm sie während der Fahrt, wir brachten sie zur alten Brücke bei Preveli, wo schon Gänse leben.
Wir versorgten viele Stall- und Wegehunde.
Einer von ihnen wohnte in dem Aufbau von einem Motorroller


Manchmal klappt es eben nicht mit dem Fotografieren . . .

Ein anderer, Goofy, war sehr abgemagert. Er konnte sich nicht entscheiden, zwischen Fressen und Streicheleinheiten. Unterwegs trafen wir zufällig auf den Besitzer. Brigitte sprach ihn auf Goofy an. Worauf er sagte, er habe den Stall gewechselt und Goofy „vergessen.“ Er wäre ja auch schon 10 Jahre alt. Ob sie ihn haben könnte, fragte Brigitte. „Wenn du jemanden weißt, der einen 10 Jahre alten Hund will, kannst du ihn mitnehmen.“ Kurz darauf war er bei der Pflegestelle von Marita und Steffi.

An einem anderen Stall traute Albert seinen Augen nicht, als er eine Türe öffnete. Aus  einem dunklen Raum schaute ihn ein Schäferhund an, der an einer ca. ein Meter kurzen Kette festgemacht war und in seinem eigenen Kot stand. Im selben Raum war noch ein zweiter Hund, der gerade so in einen zugemüllten Außenbereich gelangen konnte. Es stank dort extrem. Wasser hatten sie auch keines.
Der Bauer bekam vor längerer Zeit eine Hütte für den Hund, die aber am Rande des Stalls unbenutzt herumstand. Also haben Brigitte und ich die Hütte aufgestellt und dem Schäferhund eine lange Kette gegeben. Er war sichtlich erfreut.
Albert hat währenddessen das dunkle Loch gereinigt, Stroh ausgelegt, das er von den Schafen nahm und eine Tonne für den anderen Hund gefunden.
Zwischenzeitlich haben wir erfahren, dass der Bauer den Schäferhund gar nicht mehr wollte. Er ist jetzt bei Jürgen an der Laufleine.

Wir hatten eine Arbeitsteilung, die sich so ergab. Brigitte und ich legten Flohhalsbänder an, gaben Futter und Wurmmittel usw. Albert harkte den Hundekot weg, gab Wasser und fotografierte meistens.
Einmal kamen wir zu einem Stall, in dem ein Schwein lebte. Und mehrere Hunde. Sie passten wohl auf das Schwein auf. Auch dort war es sehr schmutzig.
Zur Versorgung der Hunde gehört auch die Pflege des Fells. Bei einigen Hunden mussten wir Teile des Fells herausschneiden, entweder war es total verfilzt oder über und über mit Kletten voll, bis auf die Haut. Was wohl sehr schmerzhaft sein muss.
Wir könnten euch noch stundenlang berichten.

Aber einer muss noch rein: Ich nenne ihn mal Bob Marley.

Achja, lieber Kater Kazou, bei den Stall- und Wegehunde-Runden wurden auch Katzen versorgt.
Auf der Heimreise fuhren wir frühmorgens bei Kathy und Brian vorbei und nahmen noch zwei Katzen mit. Am Flughafen in Heraklion trafen wir Lynn, die uns auch noch zwei Katzen mitgab. So waren wir für vier Katzen Flugpaten, was auch sehr wichtig ist. Die Katzen sind  jetzt in einer Pflegestelle in der Schweiz.
Nun wollen wir noch bemerken, dass es den Tieren dank APAL doch besser geht. Die Arbeit kostet viel Zeit, Nerven und Spendengelder. Doch sie lohnt sich allemal. Respekt!
Wer einmal in die dankbaren Augen der Tiere geblickt hat, die eine Hütte, Futter, Wasser oder Streicheleinheiten bekommen haben, weiß wovon wir reden.
Danke APAL

Bilder sagen mehr als Worte.

Elli und Albert

Nein, Scherz beiseite, die Beiden haben den Tieren wirklich vor Ort geholfen, waren sich für keine Arbeit zu schade. Auch wenn am Ende ein wenig Wehmut bleibt,

"Das Wenige, was du tun kannst, ist viel!"

Danke euch Beiden,

Euer Kazou