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Eddie mit der kalten Schnauze

Im Winter erhielt ich einen Anruf von Azade. Bei einem Spaziergang von Mariou nach Mirthios sei ihr ein ziemlich dünner Hund gefolgt. Er hätte kein Halsband… ob wir ihn aufnehmen könnten. Ich fuhr hoch nach Mirthios, um mir den Hund anzusehen. Dünn war er schon, keine Frage, aber aus bekannten Gründen können wir im Winter nicht jeden Hund aufnehmen. Also entschied ich mich zunächst dafür, ihn erst einmal weiter frei laufen zu lassen, und bat Toni, ihn zu füttern.


Zwei Tage später erzählte Toni mir, dass sein Nachbar ziemlich sauer wäre, weil dieser Hund angeblich eines seiner Hühner gerissen hätte. Er drohte damit ihn zu töten, wenn er ihn beim nächsten Mal erwischen würde. Da ich weiß, dass die Griechen derartige Drohungen durchaus wahr machen, war ich erleichtert, als ich in der darauf folgenden Woche einen Anruf von  Eddie erhielt, dessen Freund beim Gassi gehen den Streuner erneut sichtete. Dieses Mal zögerte ich nicht ihn aufzunehmen, und Eddie musste als Namensvetter herhalten. Es folgte die übliche Prozedur: Wurmkur, Frontline und  das Aufhängen von Fotos, um einen evtl. Besitzer ausfindig zu machen. Es meldete sich jedoch niemand. Seine witzige Brille stellte sich Gott sei Dank nur als Färbung des Felles heraus, und nich,t wie ich zunächst befürchtet hatte, als Anzeichen für eine Leishmaniose. Der Test war negativ.




Bei mir Zuhause fühlte Eddie sich gleich pudelwohl. Endlich geregelte Mahlzeiten und immer genug Spielkameraden, mit denen man jede Menge Unfug anstellen konnte. Trotz extra großer Portionen nahm Eddie nur sehr langsam an Gewicht zu, da er ständig in Bewegung war. Laut Tierarzt war er etwa 9 Monate alt, also im Flegelalter.


Er kannte kein Erbarmen, wenn es darum ging, Besuchern oder auch mir mit seiner Aufdringlichkeit gehörig auf die Nerven zu gehen. Besonders gefürchtet war seine Angewohnheit, sich von hinten anzuschleichen, und einem mit seiner ungewöhnlich kalten und feuchten  Nase den Pullover anzuheben und auf die nackte Haut zu stupsen.


Eddie war auch der erste Hund bei uns, der es geschafft hat, vier Tröten zu schroten, die er nach seiner Kastration tragen musste. Zwei fielen unserer Hundeklappe zum Opfer, die Eddie auch mit Tröte ungebremst passierte. Die anderen Beiden klebten irgendwann in flüssiger Form an unserem Ofen, den ich danach mit alten Drahtkörben vor Eddie sichern musste.




Nein, es wurde niemals langweilig mit Eddie. Er war sehr lange bei mir, und ich muss gestehen, ich spürte eine Erleichterung als ich ihn zum Flughafen brachte . . . Doch schon am nächsten Morgen, es war erstaunlich ruhig im Haus, da fehlte er mir gewaltig . . .

 
Eddie mit der kalten Schnauze
 

Text und Fotos: Marita

 

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