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Eine Legende:

CARLOS, der Straßenkaterkönig von Plakias

04.01.2010

Carlos

 

Wir wussten, dass er die nächste Zeit sterben würde, denn er wurde zusehends dünner, obwohl er 4mal am Tag Unmengen fraß.
Nachdem wir diesen außergewöhnlichen Kater seit Jahren immer wieder behandelt haben (offener Hals, Geschwulst, Verletzungen durch Straßenkämpfe...etc.) und er vor Monaten wieder mit einer Geschwulst gebracht wurde, haben wir uns gegen eine Operation entschieden. Niemand kennt sein genaues Alter, aber er ist weit über 10 Jahre alt geworden und er hatte Herzgeräusche...
Seit fast einem Jahr hat er bei Kathie und Brian sozusagen in Rente gelebt, nachdem Annemarie, die sich vorher immer um diesen Plakias Straßenkater gekümmert hat, nach Deutschland gezogen war. Er hatte sein eigenes Gewächshaus, wo er sicher vor ständigen Machtkämpfen mit jüngeren Katern war und in dem er wie ein König bis zum Schluss patrouillierte. Eine Vogelvoliere, die vor kurzem dort gebaut wurde, war das Spannendste, was ihm die letzte Zeit untergekommen war. Er saß stundenlang begeistert davor.
Kathie und Brian haben ihn geliebt und er bekam seine regelmäßigen Streicheleinheiten, die er über alles liebte. So sehr er sich in der Freiheit behauptet haben muss, denn so alt wird kaum ein Straßenkater, so sehr wurde er dann zum zärtlichen kleinen Schmuser.
Als wenn er gewusst hat, dass eine Tierärztin im Anmarsch war, ging es ihm von einer Nacht zum nächsten Morgen rapide schlechter. Er bekam zu wenig Luft und wurde zusehends schwächer.
Wir haben ihm auch auf diesem Weg geholfen und ihn sanft erlösen lassen. Er hatte kein weiteres Leid mehr verdient und gerade dieser stolze Kater, muss es gehasst haben, auf einmal so hilflos zu sein.
Wir werden ihn vermissen, denn er hat unseren Weg so lange begleitet, dass man sich gar nicht vorstellen konnte, dass er irgendwann mal nicht mehr ist. Ein absolut außergewöhnlich starker Charakter bis zum Schluss. Es tröstet uns, dass er noch so ein schönes Jahr hatte ohne Kampf und Futtersorgen.

 

Carlos

 

Traurigen Gruß, Brigitte Scheichel