Ein Bericht von Carina Bercht |
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Es hat sich viel verändert in Plakias! Im Vergleich zu meinem ersten Praktikum auf Kreta, vor einem Jahr, habe ich dieses Jahr meinen Schwerpunkt zwar immer noch in die Betreuung der Ketten - und Stallhunde gesehen, mich aber diesbezüglich mehr mit dem Thema Patenschaften beschäftigt!
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Als ich endlich wieder meine Füße auf kretischen Boden setzte, war ich nicht alleine. Eine kleine Hündin war mit mir zusammen zurück, zu ihrem Besitzer nach Griechenland, geflogen. Sie hatte einen komplizierten Beinbruch der in Deutschland von Dr. Dlouhy operiert wurde. Wir mussten uns beide schlagartig an einen Temperaturumschwung von 22 Grad gewöhnen, das war wirklich der Hammer!
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Die Tierärztin Ines Leeuw mit Fiffi |
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Noch am Flughafen in Heraklion wurde ich, ganz nach Tierschutzsitte, mit einem einäugigen Katzenbaby begrüßt. Damit hatte ich auch gleich den ersten WG-Bewohner in meinem Apartment, sie wissen eben, womit man mir eine Freude bereiten kann.
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Auch diesen Sommer begleitete ich wieder den 40-Tonner, allerdings mit neuer Besetzung.
Da Thomas zu diesem Zeitpunkt bereits einen Einsatz für den Tierärztepool mit Ines zusammen leistete, konnte er nicht vor Ort sein. Jürgen, der ihn mit seinem Organisationstalent erstklassig vertreten hat, ist schon für den nächsten Futtertransporter gebucht! -- Hierzu mehr im Bericht „Frieda´s Reise“ – |
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Jetzt, wo die Futterlager der Tierschützer wieder gefüllt sind, konnten Brigitte und ich, nach einer kurzen Lagebesprechung, mit der großen Ketten- und Stallhundetour beginnen. Das heißt, alle unsere betreuten Hunde werden zusätzlich, zur regelmäßigen Fütter- und Säuberung, mit Entwurmungs-, sowie Flohmitteln versorgt. Haben die Tiere andere gesundheitliche Probleme, werden diese selbstverständlich auch mitbehandelt. Gleich bei unserer ersten Tour trafen wir auf die ersten Kandidaten für unsere Patenschaftsaktion, hierfür wurden viele Fotos gemacht und wichtige Daten aufgenommen. Diese Touren nehmen natürlich sehr viel mehr Zeit in Anspruch, so dass diese Tage immer sehr spät endeten.
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Schon in den ersten Tagen in Plakias ist mir aufgefallen, dass es kaum noch Straßenhunde gibt, was wohl auf die gute Tierschutzarbeit und die Kastrationen zurückzuführen ist. Allerdings ist mir aufgefallen, dass es viele Straßenkatzen gibt!
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Aufgrund der überfüllten Pflegestelle hat Brigitte schon ein neues Projekt in Planung und Ausführung!
Nach einer mehrtägigen Eingewöhnungszeit, an einer ausgewählten und erwünschten Stelle, in Menschennähe, werden die Katzen angesiedelt. Durch Fütterung der Anwohner werden sie gut betreut bzw. versorgt. Was meiner Meinung nach ideal ist, denn die Vermittlung vor Ort und im Ausland ist aus Kosten- und Platzgründen kaum möglich!
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Auch bei mir tut sich etwas, ein Versprechen wird eingelöst!
Als Ines vor einigen Wochen auf Kreta war, wurde ihr ein 4 Tage altes Katzenbaby gebracht, es hatte noch die Nabelschnur am Bauch und war voller grüner Farbe. Ines gab ihr das Versprechen, „wenn sie es schafft und überlebt, darf sie nach Deutschland reisen!“. Sie wurde im Müll gefunden und war sooo winzig, nun war ihre große Chance gekommen, sie durfte zu mir und damit bekam sie ihr Ticket für Deutschland. - Die WG wächst!
Eigentlich sollte es ein netter Abend werden, mit zwei super netten Mädels, die ihren Urlaub auf Kreta verbrachten. Der Abend mit Kim und Kerstin hatte gerade begonnen, als ich einen Anruf von Jürgen erhielt. Es ging um zwei Hunde, die von einem Auto angefahren und ziemlich fies erwischt wurden, also ein Notfall, ich musste sofort los! Sorry Mädels, aber die Tiere gehen vor! Als ich am Unfallort ankam, sah ich erst nur das Warnblinklicht von Marita´s Pick Up, bei näherem Hinschauen bot sich mir ein Bild des Grauens, überall Blut, kaputte Autoteile und Bremsspuren! Ein Hund war bereits tot, der Andere röchelte noch, wir hoben ihn vorsichtig auf die Ladefläche. Ich fuhr vor, Marita samt Hund nach! Jürgen hatte schon alles vorbereitet, so dass wir den Hund nur noch auf den Tisch tragen mussten, auch ihm lief Blut aus dem Maul und sein Herzschlag war sehr schwach. Er hatte es leider nicht geschafft! Sein Herz hat aufgehört zu schlagen, gestorben an innerlichen Verblutungen!
Vielleicht hätte ihm noch geholfen werden können, wenn wir eher benachrichtigt wurden wären, doch Autounfälle mit Fahrerflucht sind keine Seltenheit auf Kreta. Leider machen sich viele keinen Kopf darüber, ob das Tier noch lebt oder ob es schwere Schmerzen ertragen muss, langsam und qualvoll stirbt!
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Damit es in meiner WG nicht langweilig wird, tat sich diesbezüglich auch mal wieder etwas.
Einen unserer ruhigen Abende verbrachten wir in einem Restaurant mit Lifemusik, wo wir uns mit netten Freunden trafen. Maria, eine gute Bekannte von Jürgen und Marita, erzählte uns von einem kleinen Kätzchen mit Beinbruch, welches am Strand gesehen wurde.
Dies ließ uns natürlich keine Ruhe und wir machten uns am gleichen Abend auf den Weg dorthin. Leider hatten wir an diesem Abend keinen Erfolg, doch am nächsten Tag wurden wir angerufen. Touristen haben die kleine Katze über Nacht mit in ihr Zimmer genommen und mit reichlich Katzenfutter versorgt. Ich taufte sie Ninifee und nicht nur mit ihrem Namen hatte sie Glück, sie hatte auch schon Flugpaten und neue Besitzer gefunden. Die Finder und deren Bekannten haben sich auf den ersten Blick in das hübsche Kätzchen verliebt! Bis zum Abflug blieb sie also bei mir und den anderen Mitbewohnern.
Mittlerweile heißt sie Emma und genießt ihr neues Leben in Deutschland in vollen Zügen, ihr Bein wurde geröntgt – total verdreht. Ninifee muss also noch operiert werden, sie wird wohl nach Nürnberg zu Dr. Dlouhy reisen!
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Da der Verein „Friends of Animals Rethymno“ in großer Geldnot steckt, haben wir alle uns mal wieder zusammen gesetzt, um gemeinsam zu besprechen was alles gemacht werden kann. Die beste Idee war ein Sommerbazar!
Nachdem die große Stall- und Kettenhunde-Tour geschafft war, planten und organisierten wir alles Notwendige. Infobriefe für die Tierfreunde schreiben, Flyer entwerfen und drucken, Plakate gestalten, Sachspenden für den Flohmarkt und Preise für die Tombola sammeln. Verpacken der Gutscheine und Preise, Einkaufen fahren, Tische und Stühle besorgen und letztendlich Helfer organisieren und die Räumlichkeiten säubern und vorbereiten, alles was eben zu einer großen Veranstaltung dazu gehört! Wir waren eine Woche unter Volldampf, hatten wenig Schlaf, unregelmäßige oder auch keine Mahlzeiten und waren leider auch nervlich sehr angespannt – aber es hat sich mehr als gelohnt!
Mit den Einnahmen wurden Schulden abbezahlt und das war unser Ziel.
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Nach dem Bazar hatte Brigitte Zeit, zwei Junghunde, die nach Deutschland in eine Pflegestelle reisen sollten, zum Flughafen zu bringen. Doch dabei blieb es natürlich nicht! Glücklich darüber, dass am Flughafen alles so gut geklappt hatte, fuhr Brigitte nichts ahnend Richtung Heimat. Mitten auf der Schnellstraße in Richtung Rethymno, lag ein kleiner roter Katzenwelpe, von einem Auto angefahren, tot! Oder doch nicht…!? – Seine Geschichte können Sie unter „Hallo kleiner Mann“ nachlesen!
Auch er wohnte für einige Tage in meiner WG! |
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Der Tag der Abreise rückte immer näher, die Tage wurden ruhiger, so dass ich auch Zeit fand, mit meinen Mitbewohnern zusammen die Ablage zu bearbeiten und schon einmal den Text für meine Berichte vorbereiten konnte.
Es ist natürlich klar, dass die restlichen Mitbewohner mit mir nach Deutschland fliegen.
Und da ich mal wieder mit Air Berlin fliege, können auch noch Hunde mit. Die Glücklichen sind Jimmy, der zu Vanessa in die Pflegestelle geht und Candy, ein kleiner Welpe, der schon gleich am Flughafen von seinen neuen Besitzern abgeholt wird.
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Die große Verabschiedung beginnt!
Natürlich zuerst von all meinen lieben Vierbeinern, den lieb gewonnenen Kettenhunden, die ich fast täglich versorgt habe und den Ansiedlungskätzchen.
Abschied von meinen Mädels, Kim und Kerstin! Die beiden haben genau wie ich ein großes Herz für Tiere und sind mir in der kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen! Zusammen mit ihnen und Inge, Kerstins Mutter, haben wir einige Tierschutztouren durch Kretas Berglandschaft gemacht. Es hat viel Spaß mit Euch gemacht … freu mich schon auf das Jahr 2009!
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(Kerstin, ich, Kim) |
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Und jetzt zu Jürgen und Marita und natürlich auch Brigitte!
Ihr seid für mich wie eine zweite Familie, das Glück hat nicht jeder!
Wie auch schon letztes Jahr habe ich mich wieder sehr wohl gefühlt bei euch, kann es kaum in Worten ausdrücken, auf jeden Fall tausend Dank an Euch … dass ich immer wieder so herzlich aufgenommen werde, bei euch wohnen darf, Jürgen mich immer so lecker bekocht, Brigitte mir so viel Einblick in den Tierschutz gewährt, und Marita, die immer dafür sorgt das ich meinen Ausgleich habe und saubere Wäsche im Schrank.
Ihr seid so unkompliziert und es ist immer total witzig und locker bei euch, … einfach unbeschreiblich schön!
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| Eure Carina |
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Schon im letzen Jahr war Carina auf Kreta, Ihren Bericht darüber können Sie hier lesen.
>>> '' Vier Wochen Kreta sind nicht genug! '' <<< |
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