Neuigkeiten:

Advent 2011

Was ist eigentlich..

13.01.2012


Manus Story

20.11.2011

Bericht 2011

13.11.2011


Nach Hause

16.01.2012


Spendenkonto:

Wenn Sie unsere Tierschutz- arbeit unterstützen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf das Konto:

ANIMAL PROTECTION
AND LIFELINE

EUROBANK EFG

BIC / Swift Code: EFGBGRAA

IBAN:
GR3202601360000150200493900

Kontendaten als Textdatei



Wenn Sie eine für das Finanzamt gültige Spenden- quittung brauchen, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf das Konto von:

Tierschutzinitiative
ohne Grenzen e.V.

Sparkasse Starkenburg
Konto: 4 111 689
BLZ: 509 514 69
IBAN: DE28 5095 1469 0004 1116 89
SWIFT-BIC: HELADEF1HEP
Verwendungszweck: Plakias
Bitte senden Sie uns für die Quittung Ihre Adresse per Mail zu!

Kontendaten als Textdatei

email: info@tsi-ohne-grenzen.de

Newsletter

Wir halten Sie auf dem Laufenden


Anmelden   Abmelden

Wenn Träume wahr werden . . . .

Den Beginn einer wunderbaren Freundschaft lesen Sie hier

. . . . ist es manchmal wie ein kleiner Schock. Man glaubt seinen Augen und Ohren nicht trauen zu können und kann nicht fassen was gerade passiert. So jedenfalls erging es mir in jenem Augenblick, der Bernies bisheriges Leben als Kettenhund gänzlich verändern sollte.
Auf dem Rückweg eines unserer Spaziergänge - es dämmerte bereits, und ich drängelte, er solle sich ein bisschen beeilen, doch Bernie musste dringend noch an verschiedenen Grashalmen schnuppern und hier und dort ein wenig stehen bleiben - kam uns ein schwarzer Pick-up entgegen. Sofort fasste ich die Leine kurz und fest, denn so sanftmütig und lieb Bernie auch ist, wenn er eines nicht leiden kann, dann sind es große  Pick-ups und ihre Fahrer.
Er wird seine Gründe dafür haben, und ich möchte mir gar nicht vorstellen welche Erfahrungen er bisher mit ihnen gemacht hat.
Doch in diesem Fall war es nur einer seiner Besitzer. Er hielt an, fragte mich beiläufig wie´s so geht und ob ich wohl jemanden wüsste, der diesen Hund haben wolle.
``Moment mal – welchen Hund ? ? ? ?``

 
Bernie
 

``Na den da.`` Er zeigte auf Bernie.

Mir fiel die Kinnlade herunter, und sekundenlang war ich sprachlos. Tausend Gedanken jagten mir durch den Kopf: Hab ich das gerade richtig verstanden? Die wollen den Hund nicht mehr? Und wenn sie ihn jemand anderem geben? Ich muss ihn sofort mitnehmen. Aber wohin mit ihm? Marita und Jürgen? Haben sie noch Platz? Kann ich ihnen das zumuten? Wird er sich mit Filos verstehen, der hin und wieder Probleme mit großen Rüden hat? Vielleicht können wir Bernie erst mal hinter dem Haus im Garten anbinden?
Wie oft hatte ich mir diese Situation schon vorgestellt und geradezu herbeigewünscht, ohne große Hoffnung, dass sie jemals eintreffen würde. Und nun stand ich da, glotzte blöd und wusste nicht, was ich tun sollte.
Gott Maren, jetzt nur nichts Falsches sagen. Reiß dich zusammen. Ich versuchte meine Stimme einigermaßen fest klingen zu lassen und gelassen zu wirken, was mir wohl nicht wirklich gelang.
`` Ja, ich kann mir vorstellen, dass wir als Verein den Hund übernehmen könnten. Doch nicht sofort. Ich muss erst mit den anderen sprechen.´´
Der Besitzer grinste  und sagte: ´´Naja das kostet dann 230 Euro. Soviel hab ich für den Hund bezahlt.´´
Nun wurde ich wütend. `` Soweit kommt es noch. Zwei Jahre lang bezahlen wir das Futter und die Medikamente für Dein Tier, und jetzt willst Du auch noch Geld herausschlagen? Das kommt gar nicht in Frage. Du kriegst keinen Cent von uns. Und Du wirst den Hund auch niemandem anders geben, bis ich alles andere geklärt habe.´´
Der Typ grinste immer noch, versprach aber, erst mal nichts zu unternehmen und fuhr dann weiter.Ich war völlig aufgelöst, brachte Bernie fast im Laufschritt zurück zum Stall und befestigte ihn an seiner Kette.
Dann beschloss ich, sofort etwas zu unternehmen, bevor der Besitzer es sich anders überlegen würde. Ich rief Marita an und erzählte aufgeregt, was passiert war. Auch bei ihr Ungläubigkeit, aber auch Verhalten. Ein so großer Hund. Wird er sich mit Filos verstehen? Wohin mit ihm, wenn nicht? Und was dann weiter? Können wir für ihn eine Pflegestelle in Deutschland finden.
Lauter Fragezeichen in einer Situation, in der es galt, schnell zu handeln.
Marita riet mir, zunächst mit Jürgen zu telefonieren. Er reagierte sofort und blieb gelassen.`` So, so, und nun willst Du den Bernie also zu uns bringen,.... Na dann kommt mal her.``
Mein Herz überschlug sich fast, und ich hatte das seltsame Gefühl, in einem Film mitzuspielen, der mit der Realität nur wenig gemein hatte.
Plötzlich hörte ich Motorengeräusche, und wieder kam der schwarze Pick-up vorgefahren. Ich sprang aus meinem Auto, um noch einmal mit dem Besitzer zu sprechen. Ich berichtete, dass ich Bernie sofort mitnehmen könne und stellte noch einmal klar, dass wir allerdings keinen Pfennig bezahlen würden. Etwas überrumpelt fragte er,  wohin ich den Hund denn bringen würde. Ja, das Haus  von Marita und Jürgen mit den vielen Hunden kenne er. Und der Gedanke, dass sein Hund dann irgendwann nach Deutschland reisen würde, um dort in eine neue Familie vermittelt zu werden, gefiel ihm gut.
´´O.K. ,  nimm ihn mit. ´´ Nicht einer, sondern tausende von Steinen fielen mir in diesem Moment vom Herzen.
Bernie, einigermaßen überrascht, dass ich ihn wieder von seiner Kette befreite, schien meine Aufregung zu spüren. Er zerrte an der Leine, wollte hier hin und dort hin, aber auf gar keinen Fall in mein Auto. Doch mittlerweile war ich wild entschlossen und schaffte es schließlich, den Riesen irgendwie in meinen Kofferraum zu hieven.
Bei Jürgen angekommen, brachten wir ihn zunächst in den umgebauten Hühnerstall. Am nächsten Tag sollte er dann zu den anderen Hunden am Haus gelassen werden.
Ich konnte an diesem Abend lange nicht einschlafen. Überwältigt von den Ereignissen machte ich mir auch Sorgen. Würde das alles gut gehen? Was, wenn Bernie sich mit den anderen Hunden nicht versteht? Was, wenn wir keine Pflegestelle finden? Was, was, was ...
Trotzdem wusste ich, dass ich Bernie auf gar keinen Fall wieder zurück bringen würde. Komme was da wolle.
Am nächsten Mittag rief ich Marita an. Sie berichtete, dass Bernie inzwischen bei den anderen Hunden wäre und soweit alles relativ friedlich verlief.

 
Bernie
 
Bernie
 

Am Abend besuchte ich ihn dann. Er erkannte mein Auto sofort und sprang aufgeregt auf und ab, als er mich sah. Ich kann kaum beschreiben wie erleichtert und glücklich ich war, zu sehen wie er frei im Garten herum lief und sich endlich ohne Kette oder Leine bewegen konnte.

 
Bernie
 

In den nächsten Tagen lebte Bernie sich langsam in seine neue Umgebung und in sein neues Rudel ein. Bis auf zwei kleinere Beißereien (wohl aus Eifersucht) kam es zu keinen größeren Zwischenfällen. Genügsam wie er ist, blieb er im Garten und schlief auch dort.
Hin und wieder schienen ihn die Teufel zu reiten, und er raste in einem Affentempo von einer Gartenecke in die andere und wieder zurück, so als hätte er seine neu gewonnene Freiheit erst in diesem Augenblick entdeckt.

 
Bernie
 

Seinen ersten Tierarztbesuch meisterte er prima und dank Brigittes Mühen und Kontakten zu Pflegestellen und Tierheimen war wider Erwarten bereits nach zehn Tagen ein Platz in Gelsenkirchen für ihn reserviert. Nun musste nur noch ein Flugpate gefunden werden.
Die ganze Zeit wusste ich, dass ich mich früher oder später von meinem vierbeinigen Freund würde verabschieden müssen. Und doch traf mich Brigittes Nachricht dann völlig unvorbereitet.
`` In zwei Tagen fliegt Bernie nach Deutschland.`` Brigitte sah mich an, und ihr schwante Böses.
Ja natürlich, augenblicklich stiegen mir die Tränen in die Augen. ´´He, jetzt nur nicht sentimental werden. Es ist die beste Lösung für den Hund. Selbst behalten kann ich ihn nicht, so sehr ich es auch möchte, und ein geeignetes Zuhause hier vor Ort zu finden ist ziemlich aussichtslos. ´´ So versuchte ich mich selbst ohne großen Erfolg zu überzeugen.

 
Bernie
 
Bernie
 

Am nächsten Tag war es dann soweit.
Ein letzter ausgedehnter Spaziergang, anschließend ausgiebiges Knuddeln und Streicheln und die  letzten Leckerlis verfüttern. Schließlich musste ich gehen. Am Tor sah er mir noch kurz hinterher, drehte sich dann um und trottete mit hängenden Ohren in seine Gartenecke zurück.
´´Ob er wohl ahnt, dass ihm ein neuer Lebensabschnitt bevorsteht? Wohl kaum, vermutlich ist er einfach nur müde vom langen Spazierengehen.`` Mit diesen Gedanken stieg ich ins Auto.

 
Bernie
 

In meiner Fantasie stiegen Bilder auf von einem Bernhardiner-Mischling auf einer grünen Wiese, der ausgelassen einem Ball hinterher jagt, um ihn dann zu seinem geduldig wartenden Zweibeiner zurückzubringen. Ein Bernie, der an jedem Grashalm stehen bleiben muss, um nur ja keinen Duft zu verpassen. Angeleint vielleicht, aber niemals mehr an einer schweren Eisenkette.
Und genau das wünsche ich ihm: eine gute Reise in ein angstfreies Leben, grüne Wiesen, lange Spaziergänge, hin und wieder ein paar Leckerlis und das Wichtigste:  liebevolle, geduldige Menschen.

 

Bernie