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Einer von Zweien!
10.10.2010 |
Auf Kreta wird ein Welpe geboren, wiedermal kein Grund zur Freude, weder für den Menschen und erst recht nicht für den Welpen. Der Kleine war nicht gewollt, man hatte wohl z.Z. keine Verwendung für ihn, er war so zu sagen über und wurde kurzer Hand in den Müll geschmissen. Aber in diesem Fall meinte das Schicksal es gut, er wurde gefunden. Er lag in einem Pappkarton direkt neben einem Müllcontainer und die Nabelschnur unter seinem Bauch war noch nicht trocken. In der Sommerzeit verbringen viele Touristen ihre Ferien auf Kreta, die meisten machen dort Urlaub, doch einige, so auch ich, möchten gerade in der Zeit etwas gegen die Missstände der Tiere auf Kretas Straßen tun. Als mich die Nachricht vom Fund des Welpen erreichte blieb nicht viel Zeit zum überlegen, ja oder nein bedeutete für den kleinen Welpen Leben oder Tot. Für mich ist das keine Frage die beantwortet werden muss, es ist wie ein Reflex und ich funktioniere einfach nur. Der Kleine wird viel Zeit in Anspruch nehmen, aber das ist mir egal. Als ich von meiner Tour zurück kam, war der Welpe schon da, er lag auf einer kuscheligen, weichen Decke und die Welpenmilch war angerührt. Er war so winzig, dem kleinen Welpen einen Namen zu geben, daran war gar nicht zu denken. Meine größte Sorge war, ob er wohl stark genug sein würde die Milch aus dem im Verhältnis doch recht großen Schnuller zu bekommen. - Er wollte leben! - Gleich beim ersten Andocken saugte der kleine Wurm wie ein Weltmeister und glauben Sie nicht, dass er die Flasche wieder los gelassen hat bevor nicht der letzte Tropfen aus seinem Fläschchen gesogen war. Da musste ich doch lachen, der schafft das! |
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Alle zwei Stunden rund um die Uhr bekam der kleine Welpe seine Flasche, ich war ganz schön kaputt. Er lebte die ersten drei Wochen in einer Flugbox, so konnte ich ihn oft mitnehmen, ansonsten war immer jemand bereit die Fütterung zu übernehmen. Der Kleine brauchte nur piep sagen und Schwups hatte er die Flasche im Hals. Jeder der ihn gesehen hat, hat ihn sofort ins Herz geschlossen, obwohl er, wie ich fand, nicht besonders hübsch war. |
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Hier ist Marita gerade bei der Fütterung und Pünktchen muss natürlich auch das überwachen! |
Nach einer Woche kam die Frage wie er denn jetzt heißen soll? Ich musste eine Weile überlegen. Aufgrund seines guten Appetits hat er schon gut zugenommen und er sah im Großen und Ganzen recht rund aus. Um es kurz zu machen, “Babybell“! |
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Die meiste Zeit hat Babybell geschlafen und das war auch gut so, denn es gab am Tage jede Menge zu tun. Babybell war das egal, er war auf seine Art schon selbstständig und hat ganz gut funktioniert. Schnell war meine Zeit auf Kreta um, ich habe mich oft gefragt warum nur ein Welpe im Müll lag, hat er Geschwister und wenn ja, wo sind seine Geschwister? Ich muss zurück nach Deutschland. Man hatte mir angeboten Babybell zu übernehmen, was sicher sehr nett gemeint war, aber NIE hätte ich Babybell da gelassen. Auch die Heimreise hat er wie selbstverständlich gut überstanden und wenn ich mir Babybell so ansehe, er wird immer hübscher! |
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Er entwickelte sich prächtig und so langsam musste ich mich mit dem Gedanken vertraut machen, eine geeignete Familie für Babybell zu finden. Er mag alles und jeden, besonders Kinder. |
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Aber zu erst musste ich mich um seine Stubenreinheit kümmern, irgendwie war er nicht so gut davor. Ich habe den Kleinen alle Nas´ lang vor die Tür gebracht und trotzdem, Pipi hier und Pipi da. Das konnte doch nicht angehen, ich war schon ganz verzweifelt. Es hilft alles nichts, die Pipi muss zu Ines, der Tierärztin vom Förderverein Arche Noah. Und siehe da, eine Blasenentzündung! |
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Hier ist Babybell 11 Wochen alt und in ein paar Tagen geht er in sein neues Zuhause. Natürlich ist es eine Familie mit Kindern, die auch nicht weit entfernt wohnt. Ich möchte Babybell ( jetzt Charlie ) doch ab und zu nochmal sehen. |
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Ich wünsche dir ein langes und schönes Leben ! ! ! ! ! |
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Deine Carina |
Nachtrag! |
Wenn in Griechenland eine Hündin nur einen Welpen bei sich hat, dann ist das doch sehr merkwürdig. Mir wurde kurze Zeit danach aus Kreta berichtet, dass ein Grieche einige Wochen später mit seiner Hündin zu einem Arztbesuch erschien, bei ihr war ein kleiner Welpe der im gleichen Alter wie Babybell sein musste, außerdem bestand eine große Ähnlichkeit zu meinem Welpen. Natürlich hat das die Neugierde der Tierschützer geweckt, sie hakten nach, von wo er denn komme und wo denn die anderen Welpen wären. Darauf bekamen sie die Antwort – die Hündin hatte nur zwei Welpen, aber er brauchte nur einen, den Anderen habe er in den Müll geschmissen! Der Fundort von Babybell war genau der Ort wo der Grieche herkam. Da fehlen einem doch die Worte!!! Ein Jahr später! Die Hündin lebt mit ihrer Mutter an der Kette, sie bewacht ein Gelände und wird wohl ihr ganzes Leben so verbringen müssen. Babybell lebt glücklich als Familienhund in Deutschland! |
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Carina macht seit einigen Jahren in ihren Sommerferien ein Tierschutzpraktikum bei uns. Ihr grenzenloser Einsatz und ihre sehr guten Kenntnisse im Umgang mit den Tieren sowie ihre medizinischen Fähigkeiten sind uns immer eine große Hilfe. Aber auch in Deutschland hilft sie uns wo sie nur kann. |
Danke Carina ! |