Neuigkeiten:

29.06.2010

LAILA:
Ich habe ein Zuhause!

Schaut selbst....

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02.07.2010

Mein alter Freund Georgie

Erinnern Sie sich noch? Georgie, der Brückenhund?


Noch immer besuche ich ihn fast täglich. Nein, nicht an seinem alten, staubigen, fürchterlichen Platz  an der Brücke in Preveli, sondern auf der Homepage des Tierheimes Landsberg am Lech unter den zu vermittelnden Hunden...

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12.05.2010

Wir brauchen
Ihre Hilfe ! ! !

Dringend Spenden und Flugpaten benötigt!

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22.04.2010

Einen ganz lieben Gruß aus Witten

Neue Hütten
von Senta

31.07.2010

Elsa, ein Dauergast im falschen Körper

Elsa

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31.03.2010
 
Endaxi .... ?  Endaxi
Eine kretisch-deutsche Liebesgeschichte mit Happy End.
 

Diese schmachtenden braunen Augen !
.........diese gespannte Körperhaltung!
.........dieses lebhafte Mienenspiel!
.........dieser Ausdruck von Begeisterung im Gesicht und im ganzen Körper!

Jedes Mal, wenn wir auf unserem Weg ins Ferienhaus in den Bergen durch die Steigung des Weges vor einer Kurve gezwungen waren, in den ersten Gang zurückzuschalten und um die Kurve fuhren, hatte er uns schon gehört.

 
…………… das war seine Aussicht
 

Er flitzte dann wie der Blitz aus seiner unwürdigen Behausung heraus, stellte sich mit bettelndem Blick in Positur und wartete auf ein Winken oder eine Berührung  – so verliefen unsere täglichen Begegnungen.

Immer öfter ertappte ich mich bei dem Gedanken: „Ach, wenn ich doch.....!“

Kein Zweifel : ich hatte mich „verknallt“!!!

So was soll vorkommen..........im Urlaub auf einer Mittelmeerinsel sowieso ...........allerdings schon etwas seltener, wenn Frau bereits das Oma - Alter erreicht hat und der Mann an ihrer Seite die ganze Geschichte mitbekommt!

Er trug meine Schwärmerei mit Gelassenheit und erinnerte mich daran, dass ich schon einen hätte. „Wo einer ist, können auch zwei sein!“ begehrte ich auf.

Beiläufig begann ich mich zu erkundigen: wozu sitzt er dort? seit wann?  kommt denn nie jemand?

Ich erfuhr, dass es ihm – gemessen an anderen seiner Art auf dieser größten   griechischen Insel – noch verhältnismäßig „gut“ ginge.
Er war nicht angebunden und konnte sich bei Hitze in den überdachten Teil seines roh zusammengefügten Baustahlmattenzwingers  zurückziehen, der wiederum ein Teil eines  Hühnerstalles weit ab von menschlichen Behausungen war. Dort sollte er durch schlichte „Anwesenheit“ eventuelle Marderangriffe auf die Hühner verhindern.

Er hatte einen Besitzer, der ihm gelegentlich allerhand Essensreste aus der Taverne als Futter auf Vorrat in den Zwinger brachte, es gab eine Wasserschale (deren Inhalt allerdings nicht immer als Wasser zu erkennen war) – und es gab Brigitte! Sie war diejenige, die ab und zu mit angemessenem Futter aushalf, den Betonboden seines Verschlages saubermachte, frisches Wasser einfüllte, sich um seine Kastration gekümmert hatte, ihn regelmäßig mit Wurm -und Parasitenmitteln versorgte und ihm die so sehr entbehrten Streicheleinheiten zukommen ließ, so weit es ihre Zeit erlaubte, denn sie kümmerte sich um mehr als diesen einen „Stallhund“ in der Umgebung.

Dieser allerdings hatte das Glück, besonders niedlich auszusehen, in seinem ganzen Wesen umwerfend liebenswürdig zu sein .... und seinen Zwinger an ihrem täglichen Weg zu haben. Sie hatte ihn den „Kleinen Fuchs“ genannt.

Für mich wurde er eine tragische Urlaubsliebe. Ich wollte ihn nicht zu sehr an mich und meine Zuwendung gewöhnen, konnte aber seinen flehenden Blicken kaum widerstehen.

Am Tag der Abreise Anfang Mai 2007 habe ich mich schweren Herzens von ihm mit einem Kraulen verabschiedet. Habe ich ihm damals auch etwas ins Ohr geflüstert? .........ihm etwas versprochen ?
So ganz genau weiß ich das nicht mehr.

Der Gedanke, dass Brigitte weiterhin ein Auge auf ihn haben würde, tröstete mich...... dass ich ein Auge auf ihn geworfen hatte, hatte ich ihr nicht verborgen.

 
Der kleine Fuchs in seinem Zwinger
 
In den folgenden Monaten habe ich immer mal wieder an ihn gedacht, bei passender Gelegenheit von ihm erzählt, hatte mich aber gedanklich und gefühlsmäßig  mit den Gegebenheiten abgefunden. Mit meiner heranwachsenden Hündin Stine bildeten wir zu Hause und auf Reisen zu dritt ein perfektes Dream-Team.…….
 
 
Und dann – nach „nur“ sechs Monaten – überschlugen sich die Ereignisse:
die Saison war vorüber, die Hühner wurden „abgeschafft“, der Hund war überflüssig geworden.......... Brigitte schickte mir eine SMS ......und zehn Tage später kam der Kleine Fuchs mit einer Flugpatin in Hamburg an.
 
Ankunft Hamburg Fuhlsbüttel am 3.November 2007
 

Zehn Tage voller widersprüchlicher Gefühle.......Freude, meinen „Schwarm“ wiederzusehen, Freude, wenigstens diesem einen Hund aus seiner Misere heraushelfen zu können, Zweifel, ob er sich mit meiner Hündin vertragen würde, Zweifel, ob wir unser Leben mit zusätzlichen Schwierigkeiten belasten .........

Wie würde sich dieser „Naturbursche“ , an Stall, Einsamkeit und Sonnenhitze gewöhnt, bei uns im Haus einfügen können, Verhaltensregeln lernen und norddeutsches vorwinterliches  Schmuddelwetter ertragen?

Im Kopf das Gedankenkarussell: was müssen wir vorbereiten, wie reagieren wir, wenn......
.....zehn unruhige Nächte, zehn geschäftige Tage........

 
Die ersten Schritte in Vahlde
 
Wer bist du denn ?
 

Heute ist der kleine Fuchs nicht mehr bei uns..... mein Herz ist viel schwerer als bei meiner Abreise aus Kreta  vor zehn Monaten, aber es ist auch gefüllt mit wunderbaren Bildern, beglückenden Erlebnissen und einer großen Freude und Dankbarkeit über die gemeinsame Zeit.

Ich sehe ihn am ersten Tag, einem sonnigen Novembersonntag, voller unbändiger Lebenslust mit meiner Hündin stundenlang über Wiesen flitzen, toben kugeln, springen.....Am Ende des Tages sind wir alle wie nach einem Kindergeburtstag total fertig und ich bin davon überzeugt, das nicht auf Dauer aushalten zu können.

 
………endlich jemand zum Spielen!
 

In den ersten Tagen lasse ich ihn nicht aus den Augen, mache mir unnötigerweise Sorgen, ob er wohl an irgendeiner Stelle des Hauses sein Bein heben würde.....

Die Vorstellung, ihn draußen in einem vorhandenen Zwinger nächtigen zu lassen, gebe ich wegen Kälte gleich auf.

 
Der vorbereitete „Luxus“-Zwinger
 
Stattdessen bekommt er als Nachtlager eine große Flugbox, seinen geschützten Rückzugsort.
 
 

Das bei der Hündin beliebte Stöckchen-Werfen beim Spaziergang fällt weg, nachdem wir feststellen, dass ihn die Wurfbewegung ängstigt. (was da wohl früher nach ihm geworfen worden ist?)

„Spielzeug“ betrachtet er anfangs mit Unverständnis und Gleichgültigkeit. Wie groß dann mein innerer Jubel, als er zum ersten Mal probeweise etwas ins Maul nimmt, herumschleppt, totschüttelt.
.....und sogar zaghaft gegen die Hündin verteidigt.

 
Gib her!

Fellpflege ? In den ersten Wochen kaum eine Chance........wildes Herumgezappel und ausweichendes Gespringe , wenn sich eine - noch so weiche - Bürste in meiner Hand befindet.

Aber Streicheln ?!  Am liebsten pausenlos!

 
Kein Mode-Gag, sondern eine Tellington-Touch-Maßnahme zur besseren Körperwahrnehmung
 

Überhaupt ist „Kontakt“ offensichtlich das Allerwichtigste. Wahrscheinlich ist es das, was er als ‚soziales Wesen‘ am meisten vermisst hat. Wie oft sitze ich in den ersten Tagen und Wochen auf dem Boden, der Hund so vollflächig wie möglich an mich gekuschelt...... erst dann, so ist deutlich zu spüren, entspannt er sich und wird ganz ruhig.
Die Steigerungsform erlebe ich in der Neujahrsnacht: als die Hauptphase der Böllerei längst zu Ende ist und ich schon eingeschlafen bin, merke ich plötzlich, wie der Kleine sich ganz vorsichtig in mein  Bett einschleichen will. Im Kopf „Hund niemals ins Bett!“ versuche ich zuerst, ihn durch meine aus dem Bett  gehängte Hand zu beruhigen. Aber es hilft immer nur für kurze Zeit und immer wieder schrecke ich aus meinem Schlaf auf. Schließlich wickele ich ihn wie ein Steckbaby in eine zusätzliche Decke, platziere ihn an meinen Beinen – und wir beide können endlich schlafen!
Meine nächtliche Sorge, nun hätte ich einem unerwünschten Verhalten Vorschub geleistet, erweist sich als unbegründet. Er hat es niemals danach wieder versucht! Ungewöhnliche Ereignisse erfordern eben doch manchmal Ausnahmen von allen Regeln.......

So zart und vorsichtig, wie er sich immer wieder mit seinen Vorderpfoten an mir hocharbeitet, erlaube ich ihm schließlich (als erstem und einzigen der inzwischen sieben Hunde meines Lebens!) den Platz an meiner Seite auf dem Sofa.......Wir genießen es beide!

 
 
Aber bevor es so weit kommt, hat der „kleine Fuchs“, der nach einigen namenlosen Tagen nun endlich LORBAS gerufen wird,  schon viel erlebt: vier Wochen nach seiner Umsiedlung in die norddeutsche Heide- und Moorlandschaft eine Woche Ferienhaus an der Nordsee in Dänemark.
 
 
Zwei Hunde, vier Menschen, ein Ferienhaus im Wald, lange Autofahrten, Spaziergänge an der Leine durch vorweihnachtlich belebte Straßen und Geschäfte, ausgiebiges Getobe am Strand und Streifzüge durch die Dünen.....Letztere zu unserem Schreck auch schon mal allein!
 
 

Aber an seinem Halsband baumelt ein Anhänger mit all unseren Handynummern, die nächsten Straßen sind weit weg. Was kann schon passieren?!

Wieder zu Hause sehen wir sein gelegentliches Wegflitzen hinter einem Hasen oder einem Reh mit größerer Besorgnis: Straßen und Hochsitze sind deutlich zahlreicher!

Nachdem wir ihn auf Anraten von Kretahund – Vermittlungs-Kennern einige Wochen „in Ruhe gelassen“ haben, was seine Erziehung anbelangt, wird nun mit der Schleppleine geübt....
Und spätestens bei diesen Trainingsaufgaben wird klar, dass die Gesamtkonstellation dafür ungünstig ist.
Wenn wir zu viert spazierengehen, ist meine Hündin verwirrt, wenn sie meine Kommandos hört, die sich aber gar nicht auf sie beziehen. Dass ich ohne sie mit Lorbas das Grundstück verlasse, passt nicht in ihr bisheriges „Weltbild“. Ich drohe, den Kontakt zu ihr zu verlieren.......dem Mann im Haus ist das alles ziemlich suspekt und ich höre sein Zähneknirschen.

Also beginne ich, überall herumzuerzählen, dass dieser reizende Hund ein neues endgültiges Heim sucht. Meine inneren Ansprüche daran hängen natürlich kilometerhoch ! – und so schrecklich aktiv bin ich in der Suche eigentlich nicht wirklich!........

Wenn ich den beiden Hunden zuschaue, habe ich fast immer ein breites Grinsen im Gesicht: sie sind echte „Kumpels“………….

 
………..bewachen gemeinsam den Hauseingang
 
……………..spielen miteinander
 
………..sitzen friedlich nebeneinander im Auto,
 
………schlafen gemeinsam in der Kudde……..
 
………..auch im Ferienhaus an der Ostsee…..,.
 
…….und manchmal lässt sich Stine sogar als Kopfkissen benutzen!
 

Nur beim Füttern muss ich aufpassen: meine früher so gemächlich fressende Stine wird plötzlich ganz schnell und kriegt es immer wieder fertig, sich aus Lorbas‘  Napf Nachschlag zu holen.

Zwischen Weihnachten und Neujahr bekommt der kleine Fuchs Besuch von Brigitte aus Kreta – große Freude!

Mitte Januar treffe ich „zu-fällig“ eine Gruppe von Frauen mit Hunden in einer Fußgängerzone. Ich habe zwar nicht den Hund dabei – aber eine Menge Fotos von ihm. 
Die Trainerin der Gruppe  - wieder eine Brigitte – sagt nachdenklich, sie hätte da eine Idee, aber das dauere noch eine Weile. Wir tauschen Kontaktdaten und ich besuche, mal mit Lorbas, mal mit Stine den Hundeplatz.

Viel, viel später erfahre ich, dass ein schwerkranker Hund in einer Familie zu Tode gepflegt wurde.......
………aber da ist Lorbas längst bei seiner neuen stolzen und glücklichen Besitzerin!

 
 

Sie hatte ihn Anfang März zum ersten Mal gesehen, sich – wie konnte es anders sein?! – in ihn verguckt und am Ostermontag 2008 verließ Lorbas mit ihr unser Haus.......probehalber , mit Rückgabe und Rückforderungsrecht!

Ich trauerte einerseits um meinen Verlust, war aber andererseits davon überzeugt, dass dieser liebenswerte und anlehnungsbedürftige Hund sich als Allein-Hund besser entwickeln würde.
Trotzdem war ich mir gar nicht so sicher, das Richtige getan zu haben.

Nach einer Kontaktsperre von vier Wochen sahen wir uns zum ersten Mal wieder.
Meine Sorgen waren verflogen, als ich sah, wie Lorbas ihr nachlaufen wollte, während ich ihn an der Leine hatte – er hatte seine neue Besitzerin akzeptiert!

 
 

Seitdem ist Michelle , damals gerade 14 Jahre alt geworden, verantwortlich für Lorbas.
Zu Lorbas‘ neuem „Rudel“ gehören noch „Oma“, eine gleichaltrige Schwester und ein älterer Bruder.

Im Laufe des Jahres 2008 hatten wir viele Kontakte: ich war einige Male mit Hund und Herrin bei einem Hundetrainer, der an dem grundlegenden  Verständnis zwischen Mensch und Hund arbeitete, denn Michelle will mit Lorbas Agility betreiben und da muss die Kommunikation stimmen!

 
 
Eine Woche der Sommerferien verbrachten die Zwei bei uns im Gartenhäuschen
 
eine schöne Zeit , auch für die beiden Hunde !
 
Das Jahr 2009 enthielt ein für mich schreckliches Erlebnis: ich erhielt von der Haustierregistrierungsstelle Tasso ein „Kondolenz“-Schreiben zum Tod meines Hundes Lorbas.......wusste, dass Michelle auf Urlaub in Spanien war und verbrachte einen schrecklichen Nachmittag mit Zweifeln und Selbstvorwürfen bis ich am Abend den Telefonrückruf erhielt, Lorbas sei vergnügt und munter.

Heute, nach fast zwei Jahren, bin ich beruhigt und glaube, das Richtige getan zu haben. Glückliche Umstände haben dazu geführt, dass ich wenigstens einem kretischen Stallhund zu einem  Leben verhelfen konnte, in dem er Liebe und Zuwendung, Versorgung und Beschäftigung hat.
Dieser „Kleine Fuchs“ > „Buddy“ >  Lorbas hat gerade (am 28.2.2010) mit Glanz und Gloria die Begleithundprüfung bestanden.
Mit seiner Agilität und Michelles  Ausdauer, Anleitung und Hilfe wird er sicher so manchen „Blumentopf“  bei Agility-Turnieren gewinnen können.......und da das alles in nur 20 km Entfernung stattfindet, werden wir hoffentlich weiter Erfreuliches berichten können.
 
Da geht’s lang!
 
Und da geht’s rein!
 
Kein Tonnen-Hund - sondern ein vergnügter Agility-Hund !!!
 

Noch immer bin ich, was Lorbas betrifft, eine „Verliebte“........ gereift zu einer „Liebenden“, die losgelassen hat, weil der „Geliebte“ es an anderer Stelle noch besser hat.

Er hat Spuren in meiner Seele hinterlassen………………….

 
 
Michelle und Lorbas wünsche ich am Tag von Michelles 16. Geburtstag von ganzem Herzen, dass sie sich einander noch viele gemeinsame Jahre die Liebe, das Vertrauen, die Zuwendung und die Verlässlichkeit schenken können, derer sie beide so sehr bedürfen.

 

 
Text und (die meisten) Fotos: Ursula Meier